15. Juni 2026 / Allgemein

Trotz Plattfuß zur Ironman-WM nach Hawaii

Warendorfer Triathlet Sascha Thiel kämpft sich zur Ironman-WM

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Warendorfer Triathlet Sascha Thiel kämpft sich zur Ironman-WM

Trotz Plattfuß zur Ironman-WM nach Hawaii

Hamburg/Warendorf. Der Ironman Hamburg 2026 hatte alles zu bieten, was den Mythos Langdistanz-Triathlon ausmacht: Regen, Wind, Rückschläge, große Emotionen und am Ende sogar ein Happy End. Für den Warendorfer Triathleten Sascha Thiel ging mit der Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Auch seine Vereinskollegin Christina Nüßing bewies bei ihrem Comeback nach einer schweren Verletzung beeindruckenden Kampfgeist.

Bereits vor dem Start herrschte Unsicherheit. Die Wetterprognosen wechselten beinahe stündlich, doch pünktlich ab 6.30 Uhr machten sich die Athletinnen und Athleten auf die 3,8 Kilometer lange Schwimmstrecke durch die Hamburger Alster. Anschließend warteten 180 Kilometer auf dem Rad sowie der abschließende Marathon entlang der Alsterufer.

Für Sascha Thiel stand viel auf dem Spiel. Nach seiner starken Leistung beim Challenge Roth 2025 hatte sich der 34-Jährige vorgenommen, den nächsten Schritt zu gehen und sich einen der begehrten Startplätze für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii zu sichern.

Von Beginn an zeigte er, dass er bestens vorbereitet war. Beim Rolling Start ordnete sich Thiel ganz vorne ein und übernahm bereits nach wenigen Metern die Spitze des Feldes. Die gesamte Schwimmstrecke absolvierte er alleine in Führung und erreichte nach starken 52 Minuten den Rathausmarkt. Damit stellte er die schnellste Schwimmzeit aller Agegrouper des Tages auf.

Auch auf dem Rad lief zunächst alles nach Plan. Bis Kilometer 55 führte der Warendorfer seine Altersklasse an und lag voll auf Hawaii-Kurs. Doch dann folgte der Schockmoment des Tages: Erstmals in seiner Wettkampfkarriere musste Thiel wegen eines Plattfußes anhalten.

Rund zehn Minuten dauerte der Wechsel des Schlauchs. Wertvolle Zeit ging verloren, die Führung war dahin. Später stellte sich heraus, dass auf Teilen der Strecke Metallsplitter verteilt worden waren. Zahlreiche Athleten wurden Opfer von Reifenschäden, die Polizei nahm Ermittlungen auf.

Doch Aufgeben war für Thiel keine Option. Trotz Regen, Wind und sinkender Temperaturen kämpfte er sich durch die zweite Hälfte des Radkurses und erreichte nach 4:52 Stunden die zweite Wechselzone.

Seine Antwort auf den Rückschlag folgte beim Marathon. Kilometer um Kilometer arbeitete sich der Warendorfer wieder nach vorne. Getragen von der einzigartigen Stimmung entlang der Alster lief er starke 2:54 Stunden und überquerte nach insgesamt 8:49 Stunden als Vierter seiner Altersklasse und 24. aller Agegrouper die Ziellinie.

An die Qualifikation für Hawaii glaubte er zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mehr. Erst bei der anschließenden Slotvergabe folgte die große Überraschung: Weil mehrere Athleten ihren WM-Startplatz nicht annahmen, rückte Thiel nach und erhielt das begehrte Ticket für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii.

Sascha Thiel

Auch Christina Nüßing sorgte in Hamburg für eine beeindruckende Leistung. Nur zehn Monate nach einer Achillessehnen-Operation stellte sie sich der Herausforderung über die Langdistanz.

Bereits in den Wechselzonen bekam sie die Folgen des Eingriffs zu spüren, da ihr selbst das Barfußlaufen noch Schmerzen bereitete. Während die erste Runde auf dem Rad noch vielversprechend verlief, machten ihr die widrigen Wetterbedingungen zunehmend zu schaffen.

Der abschließende Marathon wurde schließlich zum Kampf gegen schmerzende Beine, Rückenprobleme und den operierten Fuß. Doch getragen von der Unterstützung ihrer Familie und Freunde biss sich die Warendorferin durch und erreichte nach 11:24 Stunden das Ziel.

„Das Wetter war für mich der absolute Killer“, sagte Nüßing nach dem Rennen. „Aber die Stimmung und die Kulisse in Hamburg waren wunderschön.“

Christina Nüssing Triathlon

Für beide Athleten wurde der Ironman Hamburg damit zu einem Tag voller Herausforderungen und Emotionen. Während Christina Nüßing ein beeindruckendes Comeback feierte, erfüllte sich Sascha Thiel trotz eines dramatischen Rückschlags den Traum vieler Triathleten: den Start bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii.

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