6. Juni 2023 / Allgemein

Versprechen gehalten!

Milter Bürgerschützen feiern ausgiebig traditionelles Schützenfest

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Versprechen gehalten!

Milter Bürgerschützen feiern ausgiebig traditionelles Schützenfest

„Freudig schwör’n wir Milter Schützen, dass es bleibe immerdar, was von alter Dorfes Sitte uns’rer Väter Brauch schon war“, singen die Milter Bürgerschützen in ihrem Schützenmarsch und sie haben ihr Versprechen gehalten! 2023 gab es wieder ein Schützenfest, wie das Hesseldorf es seit Jahrzehnten liebt. Die Straßen schön mit Fahnen, Fähnchen und Wimpelketten geschmückt, der Festplatz auf dem Geißberg sauber herausgeputzt, die Uniformen noch einmal gereinigt und gebügelt. Das Bier war kalt, die Schützen heiß – heiß auf ein ungetrübtes Fest, bei dem die Einschränkungen der Pandemie nur noch Anekdoten der Vergangenheit waren.

Beim 56. Heimatabend am Samstag kamen einige dieser Anekdoten aufs Tablet. Es war der erste richtige nach Corona – wie auch die Redner des Abends feststellten. Die Version im Jahr 2022 – ohne Zelt – habe zwar aller Ehren wert stattgefunden, aber … na ja. In diesem Jahr: Ein Zelt! Voller Gäste, voller Musikanten und vor allem: voller guter Laune. So guter Laune, dass sie fast den Milter Schützenmarsch vergessen hätten. Doch schnell wurde die kleine Scharte ausgewetzt und hunderte Stimmen sangen das Lied mit der vielsagenden Zeile: „Unser schönster Tag im Jahr, ist das Milter Schützenfest“.

Die nachfolgenden Sketche, die Musik und die lokalen kleinen und großen Seitenhiebe auf alles, was sich durch den Milter Kakao ziehen lässt, kamen bestens an. Der Late-Night Talk der Throngesellschaft mit Mike „Quick“ Atig und Rüdi „Dirty“ Brügge lebte von Wortspielen, intimen lokalen Kenntnissen und trockenen Anspielungen. Atig, ein Mann der laut Brügge „mit vielen Worten nichts sagen kann“, fragte Robert Danwerth, warum die Milter so „jeck“ auf das Schützenfest seien. Antwort: „Wir haben ja sonst hier nichts in Milte“. Auch in seiner gereimten „Büttenrede“ nahm Danwerth kein Blatt vor den Mund.

Beste Laune auch am Sonntag, der alljährlich ganz im Zeichen der Familien und vor allem der Kinder steht. Zwar ist auch hier das vorherrschende Getränk gelb mit weißer Schaumkrone, aber trotz allem steht das Kinderschützenfest im Vordergrund: Umgeben von einer Kinderbelustigung, die sich wirklich so nennen darf. Mit vielen Spielgeräten und einem Karussell sorgen in jedem Jahr Eltern der jeweiligen Viertklässler dafür, dass den Kleinen der Spaß nicht ausgeht und sie auch immer wieder etwas gewinnen können. Platzkonzerte der Milter Musikzüge untermalen den Nachmittag akustisch und eine Tombola, deren Gewinne noch am selben Nachmittag abgeholt werden können, bietet zusätzlichen Reiz. Für die Großen hängt im Kugelfang ein Hampelmann und die verführerische Kaffeetafel erschwert jede Diät. An den gemütlichen Nachmittag schlossen sich Polonaise, Kinderkrönung und Kinderdisco an. Der Abend schließlich lud zum gemütlichen Beisammensein mit DJ Andreas und seiner Musikauswahl ein.

Montag ist der Tag des Königsschießens, „nach alter Dorfes Sitte uns’rer Väter Brauch“. Durchwoben von Traditionen, die mit der Schützenmesse ihren Auftakt nehmen und auch die Kranzniederlegung am Ehrenmal einschließen. Ansprachen dürfen an diesem Morgen nicht fehlen. Präses Robert Holtkamp, der scheidende König Frank Brundiek und Bürgermeister Peter Horstmann richteten einige Worte an das Schützenvolk und die Besucher. Drei Jahreszeiten gebe es eigentlich nur, witzelte Horstmann: Vor, nach und auf dem Schützenfest. Er unterstrich er die gute ehrenamtliche Zusammenarbeit in Milte und lobte die Verbindung von Tradition und Neuerem. 27 Frauen in der neuen Damenformation und über 100 Kinder, die mit Freude den Zug begleiteten oder ihm zuwinkten, seien ein Zeichen, dass die Tradition in die nächsten Generationen übergehe. Geehrt wurden Hendrik Schmiehusen, seit 10 Jahren Mitglied der Ehrengarde, sowie Jan und Sven Abbenhorn, seit 20 Jahren im Spielmannszug. Ebenfalls Roland Sendker und Frau Ursula als Königspaar von vor 25 Jahren, Maria Wösthoff, die vor 50 Jahren die Königin von Bernhard Wösthoff war, und Elly Holwitt, die vor 60 Jahren neben Paul Schopmann auf den Thron stieg. Ernst Ruhe, gerade erst 97 geworden, wurde als ältester anwesenden Schütze mit Applaus bedacht.

Applaus erhielt auch Ehrengardist Lars Rowald, musste darauf allerdings bis 12:44 Uhr warten. Da zwang er den störrischen Rest des Vogels mit dem 417. Schuss von der Stange und durfte sich sicher sein, am selben Abend zum König gekrönt zu werden. In die Geschichtsbücher geht der neue König als Lars Rowald, von Installation und "Namenlose Invasion" ein. Zu seiner Königin erkor er sich seine Freundin Hanna. Auf den Thron berief das Paar Jonas Vechtel und Laura Mußmann, Christoph Kather und Marie Justus, Dennis Abeck und Linda Rupe, Maik Rupe und Sophia Ketteler, David Lüffe und Lina Lippermann, Alexander Beier und Verena Jürgens, Lennart Schröder und Theresa Abigmann, Hendrik Schmiehusen und Marlene Ketteler, Felix Kövener und Jule Stricker, Simon Wöstmann und Clara Holtwick.

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