Voller Vorfreude blicken die Sassenberger Schützen auf ihr Fest
105 Jahre Ehrengarde und ein „flippiges“ Programm sind Höhepunkte
Sassenberg - Hoch her ging’s am Freitagabend im Sassenberger Brook. Präsident Frank Deitert führte gewohnt souverän durch die Generalversammlung der Bürgerschützen, die von stehenden Ovationen, über solide Zahlen bis hin zu echten Krachern für das kommende Schützenfest viele Höhepunkte bot. Musikalisch perfekt untermalt wurde die Versammlung vom Fanfarenzug Sassenberg Landsknechte, die den passenden Rahmen für einen ereignisreichen Rückblick und zukunftsweisende Wahlen boten.
Nachdem Nadine Kersten das Protokoll des Vorjahres verlesen hatte, übernahm Bernhard Kunstleve das Wort für den Jahresrückblick. Mit einem Augenzwinkern erinnerte er an die Weinprobe, die offenbar so gesellig geriet, dass sie „den Schlitten ein wenig aus der Bahn geworfen hat.“ Weniger turbulent, sonder erfreulich waren die Zahlen, die Sven Lackamp präsentierte. Zwar zählt der Verein mit 2214 Mitgliedern zwölf weniger, als noch 2025, doch die Gemeinschaft steht auf einem felsenfesten Fundament. Besonders charmant: Das Durchschnittsalter ist leicht auf 49 Jahre gesunken. Auch wenn der Verein mit über 86 Prozent noch immer eine starke männliche Prägung aufweist, zeigt die Dynamik in den Abteilungen, dass die Bürgerschützen für alle Generationen und Geschlechter attraktiv bleiben.
Finanziell bleibt der Bürgerschützenverein auf Kurs. Trotz kostspieliger Reparatur des Hallendachs, die eine erkleckliche Summe verschlang, ist die Kasse dank solidem Wirtschaften und treuer Sponsoren stabil. Der Jahresbeitrag bleibt demnach bei 20 Euro, lediglich die Paketmitgliedschaft wurde moderat auf 60 Euro erhöht.
Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstandes ging es in einen Wahlmarathon, bei dem zahlreiche Posten neu besetzt werden mussten. Felix Dunker scheidet als Kassenprüfer aus, Theresa Ostkamp ist seine Nachfolgerin.
Gleichzeitig übergab Theresa Ostkamp nach zwölf Jahren engagierter und leidenschaftlicher Tätigkeit den Vorsitz der Damenkompanie an Johanna Tarner. Die stehenden Ovationen für die scheidende Kommandeurin unterstrichen die große Wertschätzung für ihr Wirken.
Auch bei Werner Storck wurde es emotional: Er verabschiedete sich als Kommandeur der Alten Könige. „Den kann man nicht einfach ersetzen“, betonte Deitert und sicherte sich Storcks Erfahrung weiterhin im Vorstand, wo er künftig als Vizepräsident tätig sein wird. Die Nachfolge als Kommandeur der Alten Könige tritt Matthias Hartmann an.
Nach mehr als zwei Jahrzehnten legte zudem Bernhard Kunstleve, das „Herz der Kinderbelustigung“, sein Amt nieder. Deitert würdigte ihn als jemanden, der Generationen von Kindern Freude bereitet hat. Sein Nachfolger Michael Maßmann zeigte sofort vollen Einsatz: Direkt von seiner eigenen 25-jährigen Jubiläumsfeier bei der Firma Stockmeyer eilte er zur Versammlung, um sein neues Amt anzutreten.
In ihren Ämtern bestätigt wurden die Beisitzer Dennis Bühren, Fabian Lackamp und Sven Lackamp sowie Pressesprecher Marcel Hülsmann. Auch die Handwerkskunst bleibt in bewährter Tradition: Die Anfertigung von Vogel, Hampelmann und Sternen liegt weiterhin in den Händen von Helmut Vinke / Fa. Albert Lückemeyer.
Unter dem Punkt verschiedenes präsentiert der Vorstand dann kreative Ansätze. Um das Parkplatzproblem zu lösen, soll der Zeltplatz ab dem 1. April testweise für sieben Monate als Parkraum genutzt werden. Eine Idee, die auch bei Bürgermeister Josef Uphoff Anklang fand. Zudem wurde Niklas Habrock als neuer Hallenwart vorgestellt.
Zum krönenden Abschluss ließ Frank Deitert dann die Katze aus dem Sack, was das Programm für das kommenden Schützenfest angeht. Feldmanns Raupe wagt einen zweiten Anlauf und kommt nach Sassenberg. Für die jüngsten Schützen kehrt der „Kinderdisko-König“ Volker Rosin zurück. Und für die richtige Stimmung im Brook sorgt in diesem Jahr kein Geringerer als die „Flippers-Legende“ Olaf (der Flipper) Malolepski, der das Erbe von Anna Maria Zimmermann antritt. Und nicht zu vergessen, feiert die Ehrengarde ihren 105. Geburtstag, nachdem sie die Jubiläumsfeier im Corona-Jahr 2021 ausfallen mussten. „Das wollen wir nicht unter den Tisch fallen lassen“, so der Tenor.













