Warendorf – Während bei der Montgolfiade tausende Blicke in den Himmel gerichtet waren, nutzte die Feuerwehr Warendorf die Veranstaltung, um auf ein Thema aufmerksam zu machen, das jeden betreffen kann: die persönliche Vorsorge für Krisen- und Katastrophensituationen.
Erstmals präsentierte sich dabei die neu gegründete Unterstützungsabteilung Notfallvorsorge der Feuerwehr Warendorf einer breiten Öffentlichkeit. Gemeinsam mit dem Bevölkerungsschutz-Mobil kamen die Einsatzkräfte mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch und zeigten, wie bereits einfache Vorbereitungen helfen können, in außergewöhnlichen Situationen handlungsfähig zu bleiben.
Was Ballonfahrt und Krisenvorsorge gemeinsam haben
Passender hätte der Ort für die Aktion kaum sein können. Denn eine Ballonfahrt und die persönliche Krisenvorsorge haben mehr gemeinsam, als es zunächst scheint.
Auch Ballonfahrer verlassen sich nicht darauf, dass schon alles gut gehen wird. Wetter, Ausrüstung, Kommunikation und mögliche Alternativen werden vor dem Start genau geprüft. Gute Vorbereitung schafft Sicherheit – und genau dieser Gedanke gilt auch für den Bevölkerungsschutz.
Unter dem Motto „Vorsorge mit Weitblick“ machte die Feuerwehr deutlich, dass es dabei keineswegs um Panik oder dramatische Szenarien geht. Vielmehr soll sich jeder die Frage stellen, wie er für einige Zeit zurechtkommt, wenn die gewohnte Infrastruktur plötzlich nicht mehr funktioniert.
Wenn der Alltag plötzlich stillsteht
Ein länger andauernder Stromausfall, extremes Unwetter, Hochwasser oder eine Störung der Trinkwasserversorgung können den Alltag schnell verändern. Dann stellen sich ganz praktische Fragen: Sind ausreichend Trinkwasser und Lebensmittel vorhanden? Wo sind Taschenlampen und Batterien? Gibt es ein batteriebetriebenes Radio? Sind wichtige Medikamente verfügbar? Und wissen alle Familienmitglieder, was im Ernstfall zu tun ist?
Genau über solche Fragen informierte die neue Unterstützungsabteilung bei der Montgolfiade. Das Bevölkerungsschutz-Mobil diente dabei als Anlaufstelle für persönliche Gespräche und praktische Tipps.
Viele Besucher hatten sich bereits mit dem Thema beschäftigt, andere kamen erstmals intensiver damit in Berührung. Dabei zeigte sich: Das Interesse an verständlichen und alltagstauglichen Informationen zur Krisenvorsorge ist groß.
Bevölkerungsschutz beginnt vor dem Einsatz
Feuerwehr und Katastrophenschutz werden häufig erst wahrgenommen, wenn Einsatzfahrzeuge ausrücken und professionelle Hilfe benötigt wird. Moderner Bevölkerungsschutz beginnt jedoch schon viel früher.
Information, Prävention und die Stärkung der Selbsthilfefähigkeit gehören zu seinen wichtigen Bausteinen. Genau hier setzt die neu gegründete Unterstützungsabteilung Notfallvorsorge an. Sie möchte Bürgerinnen und Bürger sensibilisieren und zeigen, dass bereits überschaubare Maßnahmen einen wichtigen Unterschied machen können.
Denn wer vorbereitet ist, kann im Ernstfall ruhiger reagieren und eine gewisse Zeit selbst überbrücken. Gleichzeitig werden Feuerwehr, Rettungsdienst und Hilfsorganisationen entlastet und können sich auf diejenigen konzentrieren, die dringend professionelle Hilfe benötigen.
„Wir können nicht jeden Wind drehen“
Die Montgolfiade lieferte dafür am Wochenende das passende Bild: Beim Ballonfahren entscheidet der Wind, wohin die Reise geht. Gute Vorbereitung entscheidet jedoch mit darüber, wie sicher man unterwegs ist.
Ähnlich verhält es sich mit außergewöhnlichen Ereignissen. Niemand weiß, wann und in welcher Form eine Krise eintritt. Jeder kann aber beeinflussen, wie gut er darauf vorbereitet ist.
Oder, passend zur Montgolfiade formuliert:
„Wir können nicht jeden Wind drehen – aber wir können vorbereitet sein, wenn er sich dreht.“
Für die neue Unterstützungsabteilung Notfallvorsorge war der Auftritt bei der Montgolfiade damit ein gelungener Start in die Öffentlichkeitsarbeit. Auch künftig möchte die Feuerwehr Warendorf über persönliche Vorsorge, Warnmöglichkeiten und Selbsthilfe informieren.
Denn Bevölkerungsschutz beginnt nicht erst mit Blaulicht und Sirene – sondern im besten Fall schon vorher in den eigenen vier Wänden.













