Warendorf – Was für ein Auftakt über der Emsstadt: Am Freitagabend ist die 54. Montgolfiade erstmals auf Warendorfer Boden gestartet. 27 Heißluftballone und vier Gasballone gingen bei traumhaftem Sommerwetter in die Luft und verwandelten den Himmel über Warendorf in ein beeindruckendes Farbenmeer. Mehrere hundert Besucherinnen und Besucher verfolgten das Spektakel vom Lohwall aus.
Dabei ist die Verbindung zwischen Warendorf und dem Ballonsport keineswegs neu. Schon vor genau 70 Jahren sorgten Ballone in der Emsstadt für Aufsehen.
Schon 1956 hieß es: „Warendorf die Stadt des Freiballons“
Am Pfingstmontag, 22. Mai 1956, fand in Warendorf bereits ein großer Luftsporttag statt. Die damalige Presse titelte: „Warendorf die Stadt des Freiballons“. Sieben Jahrzehnte später könnte diese Überschrift aktueller kaum sein.
Zum Auftakt der 54. Montgolfiade begrüßte der stellvertretende Bürgermeister Johannes Austermann die angereisten Ballonfahrerinnen und Ballonfahrer. Er freute sich darüber, dass Warendorf ein weiteres Mal Gastgeber für so viele Ballonteams sein darf.
Bevor es allerdings in die Luft gehen konnte, stand für die Piloten das Generalbriefing auf dem Programm. Dabei wurden die Teams auf die bevorstehende Fahrt vorbereitet und ausführlich über die aktuellen Wetter- und Windbedingungen informiert. Auch Besonderheiten rund um Warendorf, darunter Kirchtürme und Windenergieanlagen, wurden ausdrücklich angesprochen.
Für die spätere Landung sah Nils Boemann hingegen gute Voraussetzungen: Da die Ernte auf vielen landwirtschaftlichen Flächen bereits weitgehend abgeschlossen ist, stehen den Ballonfahrern zahlreiche geeignete Flächen zur Verfügung.
Geduld vor dem großen Start
Mehrere hundert Besucher hatten sich am Abend auf dem Veranstaltungsgelände eingefunden und warteten gespannt darauf, dass sich die riesigen Ballonhüllen füllten und die ersten Körbe vom Boden abhoben.
Dabei war zunächst Geduld gefragt. Der Start der Heißluftballone verzögerte sich um mehr als 90 Minuten. Grund war unter anderem eine geplante Liveschaltung des WDR für die „Aktuelle Stunde“. Für den Fernsehbeitrag mussten Ballonfahrer und Publikum entsprechend lange auf den Start warten.
Dann war es endlich so weit.
Nach und nach richteten sich die mächtigen Ballonhüllen auf. Die Brenner fauchten, Flammen schossen in die Hüllen und schließlich lösten sich die ersten Körbe vom Warendorfer Boden. 25 klassische Heißluftballone sowie die beiden auffälligen Mottoballone der Pott’s Brauerei und der Sparkasse Trier stiegen bei bestem Wetter in den Abendhimmel.
Gemeinsam mit den vier Gasballonen waren damit am ersten Veranstaltungstag insgesamt 31 Ballone unterwegs.
Die normale Fahrthöhe der Ballone liegt dabei etwa zwischen 300 und 400 Metern. Von dort oben bot sich den Besatzungen bei bestem Sommerwetter ein außergewöhnlicher Blick auf Warendorf und das Münsterland.
Am Samstag geht es schon um 6 Uhr weiter
Wer das Spektakel am Freitag verpasst hat, bekommt bereits am heutigen Samstag die nächste Gelegenheit: Schon um 6 Uhr morgens ist der erste Ballonstart vorgesehen.
Anschließend erwartet die Besucher den ganzen Tag über ein abwechslungsreiches Programm rund um den Ballonsport. Dabei soll nicht nur zugeschaut werden: Die Montgolfiade möchte den Besucherinnen und Besuchern die Faszination des Ballonfahrens näherbringen. Auch für Familien und insbesondere die kleinen Gäste wird auf dem Veranstaltungsgelände einiges geboten.
Ballonglühen als Höhepunkt des Abends
Um 18 Uhr steht dann die nächste Wettfahrt der Ballone auf dem Programm. Die Teams sollen rechtzeitig zurückkehren, denn am Abend wartet noch ein ganz besonderer Höhepunkt der Montgolfiade.
Beim Ballonglühen werden die Ballone in der Abenddämmerung von ihren Piloten mit den Brennern zum Leuchten gebracht. Wenn die riesigen Hüllen im Rhythmus aufglühen und den Lohwall in ein faszinierendes Licht tauchen, entsteht eine Atmosphäre, die man nicht jeden Tag erleben kann.













