Warendorf auf dem Weg zur Klimaneutralität
Stadtwerke planen Fernwärmeversorgung mit Flusswärmepumpen
Die Stadt und die Stadtwerke Warendorf setzten weiterhin konsequent auf erneuerbare Energien und treiben den Klimaschutz voran. Mit dem Leuchtturmprojekt "In de Brinke" und seinem innovativen Erdwärmenetz wurde die Stadt bereits im Jahr 2021 als Erdwärmegemeinde ausgezeichnet, unterstreicht Bürgermeister Peter Horstmann. Nun gehen die Stadtwerke Warendorf noch einen Schritt weiter, um die Versorgung mit regenerativen Energien zu sichern und die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.
Die Stadtwerke Warendorf haben erfolgreich einen Fördermittelzuschuss für die Planung einer Fernwärmeversorgung in Warendorf beantragt und erhalten. Die Gesamtplanung des Projekts wird voraussichtlich rund eine Dreiviertel Millionen Euro kosten, doch die Investition wird sich in naher Zukunft bereits auszahlen, erklärt der Technische Leiter Björn Güldenarm.
Da in der Warendorfer Innenstadt viele ältere Immobilien mit unzureichender Wärmedämmung stehen, für die eine Wärmepumpe keine praktikable Alternative darstellt, wurde nach einer klimafreundlichen Lösung gesucht. Das Nahwärmenetz für die Warendorfer Innenstadt erweist sich als vielversprechende Lösung für mindestens 75% aller Haushalte, das entspricht etwa 7.400 Gasabnahmestellen. Dieser wichtige Schritt markiert den aktiven Start und die Umsetzung der Energiewende vor Ort. Ziel ist es, unabhängig von Erdgas oder Erdöl zu werden, um den steigenden Energiekosten zu entgehen und die CO2-Emissionen zu senken.
Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, ist die Errichtung eines Heizkraftwerks mit Flusswärmepumpen an der Warendorfer Ems nördlich des LKW Parkplatzes geplant. Dieses Kraftwerk wird die Wärmeerzeugung für die Warendorfer Innenstadt, einschließlich des Schulviertels, übernehmen. Mit einer geplanten Energiegewinnung von 70% aus der Ems soll der Großteil des Energiebedarfs und der Grundlast in Warendorf abgedeckt werden. Dabei wird auch der Naturschutz großgeschrieben: Die Wasserentnahme aus der Ems wird die Fischbestände und die Natur nicht beeinträchtigen. Bei der Rückführung des Wassers gibt es nur einen minimalen Temperaturunterschied von 0,5°C, der keinerlei Auswirkungen auf die Umwelt hat.
Die Flusswärmepumpen sind in der Lage, eine Vorlauftemperatur von bis zu 80°C zu erzeugen. Dieser innovative Ansatz ermöglicht es auch Häusern mit unzureichender Wärmedämmung und älteren Heizungsanlagen, von diesem Nahwärmekonzept zu profitieren und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.
Um die Planung und Wirtschaftlichkeit dieses wegweisenden Projekts zu gewährleisten, planen die Stadtwerke im dritten Quartal die Beantragung von nicht unerheblichen Fördermitteln. Ulrich Butterschlot, Geschäftsführer der Stadtwerke Warendorf, betonte: „Die Umsetzung des Projektes kann leider nur geschehen, wenn die Politik die weiteren und dringend notwendigen Fördermittel bewilligt. Ein großer Vorteil für die Stadtwerke und die Stadt Warendorf ist, dass wir sehr früh mit der Planung begonnen haben und schon sehr weit mit dem Projekt fortgeschritten sind. So kommt es hoffentlich zu einer Entscheidung, bevor die ausgeschriebenen Fördertöpfe erschöpft sind. Ausserdem ist die Stadt Warendorf mit ihrer Struktur der Innenstadt ein gutes Modellprojekt für viele Gemeinden auf dem Weg zur Klimaneutralität,“ freut sich Peter Horstmann in Erwartung eines positiven Entscheides für Warendorf.













