Warendorfer Kinobetreiber steigt ins Filmverleihgeschäft ein
Neugier, Mut und Kinoleidenschaft: Austermann wagt den nächsten Schritt
Kinobetreiber, stellvertretender Bürgermeister und nun bald auch offiziell Filmverleiher: Johannes Austermann erweitert mit dem Austermann Filmverleih sein berufliches Tätigkeitsfeld. Künftig zeigt er nicht mehr nur Filme im hiesigen Scala Filmtheater, sondern sorgt auch dafür, dass sie überhaupt ihren Weg auf die Leinwand finden.
In seiner neuen Rolle übernimmt Austermann den Vertrieb für Filmproduzenten. Den Einstieg möchte er bewusst lokal gestalten – mit dem Märchenfilm vom Figurenschneider und Kluck Kola. „Mit dem lokalen Projekt lerne ich Laufen“, sagt Austermann. Der rund 45-minütige Kurzfilm eigne sich seiner Meinung nach ideal für den Start in das neue Geschäftsfeld. Zudem spiele seine enge Verbundenheit zu Warendorf eine wichtige Rolle, ebenso wie die Tatsache, dass der Film zunächst im Scala Filmtheater zu sehen sein wird.
Zu den ersten offiziellen Schritten als Filmverleiher gehörte bereits die Einreichung des Films zur FSK-Einstufung. „Als Filmverleiher muss ich die endgültige Fassung mit einer FSK-Stufe einreichen“, erklärt der Kinoinhaber. Für den ersten Titel in seinem Portfolio hofft er auf eine Freigabe ab sechs Jahren – möglicherweise sogar auf FSK 0. Dabei wird der Film von verschiedenen Gremien eingehend geprüft. Dieser Schritt sei unerlässlich, denn ohne offizielle Einstufung werde ein Film automatisch mit FSK 18 versehen.
Ist diese Hürde genommen, folgt die eigentliche Vertriebsarbeit: andere Kinos auf den Film aufmerksam machen und Interesse wecken. Zwar könnten Produzenten diese Aufgabe auch selbst übernehmen, branchenüblich sei jedoch die Zusammenarbeit mit einem Filmverleih. „Man ist innerhalb der Branche einfach ganz anders vernetzt“, begründet Austermann diesen Weg. Geplant ist, den Film bundesweit auf Festivals zu präsentieren und dabei gezielt auf sein regionales Netzwerk zurückzugreifen – passend zur lokalen Geschichte des Films.
Für Austermann ist das neue Tätigkeitsfeld vor allem eines: spannend. „Ich finde das einfach unglaublich spannend“, sagt er offen, räumt aber zugleich ein, dass vieles noch Neuland ist. „Ich muss das alles erst einmal ausprobieren.“ Da er bislang keinen anderen Kinobetreiber kennt, der ebenfalls im Filmverleih tätig ist, setzt er bewusst auf kleine, überschaubare Schritte.
Langfristig kann er sich vorstellen, weitere Filme in sein Portfolio aufzunehmen. Vorerst möchte er jedoch behutsam starten. Dass in den vergangenen Tagen Filmstudenten das Scala Filmtheater als Drehort genutzt haben, passt dabei gut ins Bild – vielleicht entsteht hier ja bereits der nächste Film mit Potenzial für den Austermann Filmverleih.













