Warendorfer Wirtschaft blickt vorsichtig optimistisch auf 2026
WIWA-Umfrage zeigt stabile Lage – Fachkräfte bleiben große Herausforderung
Wie blicken die Warendorfer Unternehmen auf die wirtschaftliche Zukunft? Eine aktuelle „Konjunktur-Umfrage“ der WIWA gibt darauf nun Antworten. Mehr als 60 Rückmeldungen aus den Mitgliedsunternehmen zeichnen ein insgesamt stabiles, wenn auch nicht sorgenfreies Bild.
Durchgeführt wurde die Umfrage von Heiner Kamp, Geschäftsführer des Interessenverbandes WIWA in Warendorf. Das Ergebnis: 82 Prozent der befragten Unternehmen bewerten das Geschäftsjahr 2025 als ähnlich gut oder sogar besser als 2024. Auch der Blick nach vorn fällt überwiegend positiv aus – 87 Prozent schätzen die wirtschaftliche Entwicklung für 2026 als unverändert bis positiv ein.
Ein zentrales Thema bleibt jedoch die Arbeits- und Fachkräftegewinnung. Während 57 Prozent der Unternehmen erwarten, dass sich die Situation 2026 gleichbleibend oder sogar etwas einfacher darstellt, gehen 42 Prozent von einer Verschärfung aus. Damit bleibt der Fachkräftemangel einer der größten Unsicherheitsfaktoren für die heimische Wirtschaft.
Kritisch fällt die Bewertung der kommunalen Wirtschaftspolitik aus. 88 Prozent der Unternehmen geben an, die neue kommunale „Agenda Wirtschaftsförderung“ der Stadt Warendorf bislang wenig oder gar nicht wahrzunehmen. Die Agenda wurde im Frühjahr 2025 verabschiedet, an ihrer Entstehung war auch die WIWA beteiligt. „Nach gerade einmal einem halben Jahr sind die Ergebnisse unserer Umfrage nachvollziehbar“, erklärt Heiner Kamp. Nun treffe sich erstmals die Steuerungsgruppe, um Fortschritte und messbare Effekte zu bewerten.
Besonders aufschlussreich sind die Freitext-Antworten der Umfrage. In neun Rückmeldungen äußerten Unternehmerinnen und Unternehmer teils deutliche Kritik an der Stadtverwaltung – vor allem mit Blick auf Transparenz, Schnelligkeit und Verlässlichkeit von Entscheidungen, insbesondere im Bauamt. Gleichzeitig wurden konkrete Wünsche nach schnelleren Planungs- und Genehmigungsverfahren formuliert. Zwei Unternehmen lobten ausdrücklich die Arbeit der WIWA.
Was folgt daraus? Aus Sicht der Wirtschaft sind die Erwartungen an die Politik klar: spürbarer Bürokratieabbau, Entlastungen bei Steuern und Abgaben sowie verlässlichere Rahmenbedingungen. Mit Spannung blicken die Unternehmen auf die anstehenden Haushaltsberatungen in Warendorf – Steuererhöhungen sind derzeit zwar noch nicht vorgesehen, bleiben aber ein sensibles Thema. Ebenso aufmerksam werden die Diskussionen in Berlin verfolgt, etwa zu Reformplänen bei der Erbschaftsteuer und weiteren wirtschaftspolitischen Vorhaben.
Unterm Strich zeigt die Umfrage: Die Warendorfer Unternehmen schauen mit verhaltenem Optimismus auf das Jahr 2026. Entscheidend wird sein, ob politische Versprechen – auf kommunaler wie auf Bundesebene – auch spürbar bei den Betrieben ankommen.













