Heiligabend-Wiedersehensfreude beim traditionellen Stufentreffen
Warendorfs Altstadt wird zum Magnet für Heimkehrer wiedersehensfreude
Warendorf – Einen Tag vor Heiligabend herrscht in der Altstadt Warendorfs Ausnahmezustand. Für viele junge Leute ist dieser Abend längst zur festen Tradition geworden. Die sogenannten Stufentreffen, die mittlerweile über 20 Jahre alt sein dürften, haben Kultstatus erreicht. An diesem Tag werden die Wirtshäuser der Altstadt regelrecht gestürmt. Oftmals ist es kaum noch möglich, in die Kneipen hinein- oder wieder hinauszukommen. Bereits um 21 Uhr sind die meisten Gaststätten brechend voll.
Die jungen Menschen sind gut gelaunt und freuen sich darauf, mit ehemaligen Klassenkameraden zu plaudern und ein Bier zu trinken. „Was machst du so? Geht’s mit dem Studium vorwärts? Wie läuft es im Beruf?“ Solche und ähnliche Fragen brennen den Besucherinnen und Besuchern einen Tag vor dem Fest natürlich unter den Nägeln. Viele Teilnehmer scheuen dabei keine noch so lange Anreise: Ob aus Kanada, Spanien, den USA oder Dänemark – ehemalige Abiturientinnen und Abiturienten kommen gerne zum Umtrunk in ihre Heimatstadt zurück und genießen den „Klönschnak“ in vollen Zügen.
Unter ihnen ist zum Beispiel Dr. Florian Exner, seines Zeichens Bundesliga-Schiedsrichter, der aktuell in Münster wohnt. „An diesem Tag komme ich von Münster, barfuß im Schnee, nach Warendorf gewandert“, sagte er lachend. Seinen Abiturjahrgang absolvierte er 2010 am Laurentianum. Mit seinen damaligen Klassenkameraden ließ er in der „Sonne“ die alten Zeiten Revue passieren.
Interessant in diesem Jahr war, dass auch Locations gut besucht waren, die sonst eher nicht für die Stufentreffen bekannt sind. So etwa die „Kosterei“ oder das Scala-Café. „Man spürt schon, dass das kein normaler Tag ist. Früher kamen Leute zu uns, die in den anderen Kneipen aufgrund der Stufentreffen keinen Platz mehr gefunden hatten. Heute finden die Treffen direkt bei uns statt“, erklärte Johannes Austermann vom Scala-Kino. Ungewöhnlich war in diesem Zusammenhang auch, dass sich eine Gruppe in der „Kosterei“ traf – einem Lokal, das keine klassische Kneipe ist.
Unterwegs waren allerdings nicht nur die üblichen Stufentreffler. So nutzten beispielsweise auch die Mädels vom Kegelclub „Die Pegelpuppen“ den Abend für geselliges Beisammensein. Auffallend war zudem, dass vor Mitternacht überwiegend ehemalige Laurentianer in der Altstadt unterwegs waren.
Wie dem auch sei, das Wiedersehensfieber dürfte die Wirte jedenfalls gefreut haben: In sämtlichen Kneipen der Stadt hatten die Mitarbeiter am Tag vor Heiligabend alle Hände voll zu tun. „In der Sonne fing das alles vor rund 15 Jahren an. Seitdem wird es jedes Jahr mehr“, erzählte Thomas „Ömpe“ Wörmann.













