10. Oktober 2021 / Allgemein

Weitere Gasstation mit Graffiti verschönert

Nick Moody setzt Freckenhorster Wahrzeichen gekonnt in Szene.

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Weitere Gasstation mit Graffiti verschönert. 

Nick Moody setzt Freckenhorster Wahrzeichen gekonnt in Szene. 

Vor rund einem Jahr starteten die Stadtwerke Warendorf eine neue Aktion, bei der Gas- und Stromstationen in Warendorf und den Ortsteilen mit Graffitis gestaltet werden. Unter dem Motto „Wir mit dir“ wurde die Warendorfer Bevölkerung aufgerufen, dafür eigene Vorschläge einzubringen. Den Anfang machte im September 2020 der Warendorfer Künstler SMOENOVA mit einer Station in der Galitzinstraße in Warendorf, die u. a. den historischen Wasserturm zeigt. Nun ging es mit der Aktion in die nächste Runde, dieses Mal nach Freckenhorst.

Eine Gasstation in der Westkirchener Straße 37 in Freckenhorst erhielt nun einen neuen Anstrich. Zunächst durch den Warendorfer Malerbetrieb Ahlemann, der die Station zunächst mit einer grauen Grundierung vorbereitete, bevor sich ein weiterer Warendorfer Künstler mit seinem eigenen Graffiti darauf verewigen konnte. Natürlich alles mit Genehmigung der Stadtwerke-Energietochter WEV Warendorfer Energieversorgung GmbH, die Inhaber der Strom- und Gasstationen hier vor Ort ist.

Nick Museler, besser bekannt unter seinem Künstlernamen NICK MOODY, verwandelte die graue Stromstation, in 6 Tagen in einen echten Hingucker und besprühte 3 Seiten der Station, insgesamt 37 m2 mit 40 Sprühdosen. Entstanden ist ein Motiv, das die Wahrzeichen von Freckenhorst, die Stiftskirche und das Schloss, und den große “FRECKENHORST”-Schriftzug am Ortseingang zeigen, umgeben von viel Feld, Wiese und Wildtieren. „Freckenhorst eben“, sagt Nick Moody, der sich sehr über die Gestaltungsfreiheit beim Entwurf für die Gasstation in Freckenhorst gefreut hat. 

Dabei ist Nick Moody kein Unbekannter in Warendorf, von seinen naturverbundenen Motiven sind bereits einige in Warendorf und Umgebung zu finden. Angefangen hat alles bereits vor 20 Jahren, als der in Müssingen geborene Nick Museler mit 12 oder 13 Jahren zum ersten Mal mit Graffiti und dem Sprühen in Kontakt kam. Damals war es niemand geringeres als der Warendorfer Künstler Andreas “Smoe” Plautz, also Smoeneva, dem Nick Moody beim Sprayen zusehen durfte. Heute sind die beiden befreundet und haben zusammen die ein oder andere Wand bemalt, erzählt Nick Moody, der seine ersten „Malversuche“ mit Spraydosen aus dem Baumarkt und einem Bettlaken machte. Am Anfang, so Moody, habe er – wie vermutlich jeder Sprüher – mit dem Malen von Buchstaben angefangen, bevor er recht schnell merkte, dass ihn figürliches Malen – also Menschen, Tiere und Landschaften – sehr viel mehr interessieren. Und trotz der inzwischen 20 Jahre Erfahrung, ist dieses Jahr das erste Jahr, in dem Nick Moody Aufträge annimmt, 25 werden es am Ende des Jahres sein.

Urs Reitis, Geschäftsführer der Stadtwerke Warendorf und der WEV zeigt sich begeistert von dem neuesten Motiv: „Mit einer Station in Freckehorst, konnten wir die Aktion, die wir letztes Jahr in Warendorf starteten, nun auch in einem Ortsteil fortsetzen und eine Gasstation in ein Schmuckstück verwandeln, dass zu einem modernen, künstlerischen Stadtbild beiträgt. Die Ortsteile einzubeziehen, soll außerdem zeigen: wir hier in Warendorf sind eine Gemeinschaft“. Als Netzbetreiber und Versorger sieht Reitis die beiden Energieunternehmen nicht nur verantwortlich für die Daseinsvorsorge, sondern bekräftigt einmal mehr, wie wichtig das lokale Engagement vor Ort sei, dass den Menschen zugutekäme, die hier leben. 

Das Projekt wird auch im nächsten Jahr weiter gehen, Strom- und Gasstationen gibt es in Warendorf genug und auch aus der Bevölkerung bekommen die Stadtwerke immer mal wieder Anregungen oder Anfragen für die Gestaltung von Stationen oder Stromkästen, die in Sichtweise von Wohnhäusern stehen und nicht selten mit Aufklebern oder Kritzeleien manch einen Anwohner stören. Die Stadtwerke Warendorf freuen sich über eine rege Beteiligung aus der Bevölkerung und planen voraussichtlich für das Frühjahr schon das nächste Projekt. Da das Budget leider begrenzt ist, wird es jedoch nicht möglich sein, schnell sehr viele Stationen umzugestalten. Mit Smoenova und Nick Moody haben die Stadtwerke zwei lokale Graffitikünstler an Boot, die mit Freude und Herzblut dabei sind. „Es ist schön, dass die Stadtwerke lokalen Künstlern eine Plattform bieten, sich zu verewigen und gleichzeitig das Stadtbild zu verschönern“ kommentiert Nick Museler die Aktion des lokalen Versorgers. Wer einen Einblick in Nick Moodys Arbeit sehen möchte schaut am besten bei Instagram vorbei, wo er unter unter @Nickmoodyart zu finden ist oder aber wirft einen Blick auf seine Website auf www.nickmoody.de. Weitere Informationen zu den Aktionen der Stadtwerken Warendorf gibt es auf der Website des Versorgers auf www.stadtwerke-warendorf.de.

Hintergrund Nick Museler (Nick Moody)

Wann hast du mit Graffiti angefangen?
Wie kam die Leidenschaft zum Graffiti?

Zum ersten Mal bin ich mit Graffiti und dem Sprühen in Kontakt gekommen, als ich dem Warendorfer Künstler Andreas “Smoe” Plautz beim Sprühen zuschauen konnte. Das ist fast 20 Jahre her, da war ich 12 oder 13. Heute sind wir befreundet und haben schon die ein oder andere Wand zusammen bemalt. Ich habe ihm beruflich und künstlerisch viel zu verdanken. Kurz darauf habe ich mir meine ersten eigenen Dosen im Baumarkt gekauft und angefangen alte Bettlaken zu bemalen. Das war zugegebenermaßen sehr frustrierend. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich sehr fein mit der Dose arbeiten konnte. Am Anfang habe ich – wie vermutlich jeder Sprüher – mit dem Malen von Buchstaben angefangen. Ich habe dann aber recht schnell gemerkt, dass mich figürliches Malen – also Menschen, Tiere und Landschaften – sehr viel mehr interessieren. 

Machst du dies Hauptberuflich? 

Seit diesem Jahr arbeite ich hauptberuflich als Auftragskünstler. Während der letzten Jahre bin ich viel mit dem Rucksack durch Länder wie Kanada und die USA gereist. Da war ich eher minimalistisch unterwegs, sodass Sprühen und Malen da weniger eine Rolle gespielt haben. Zu der Zeit war Fotografie für mich das wichtigste. Heute freue ich mich über viele tolle Eindrücke und Erinnerungen, die ohne Zweifel die Hauptinspiration für meine Kunst sind. Ich versuche Natur, Fotografie und Kunst zu kombinieren, wann immer es geht.

Wie gehst du beim Graffiti vor?

Das wichtigste beim großflächigen Arbeiten sind korrekte Proportionen und Perspektive. Es gibt verschiedene Methoden einen Entwurf auf die Wand zu bekommen. Die bekanntesten sind Raster oder Doodle Grids. Manche Künstler benutzen auch Projektoren oder Beamer. Ich finde alles ist erlaubt, wenn es dem Endergebnis dient. 

Als nächstes zeichne ich meinen Entwurf grob mit einer Sprühdose vor. Dann arbeite ich mich von oben nach unten und von hinten nach vorn. Das heißt Hintergrund zuerst, dann der Vordergrund. Man muss da in Ebenen denken, die übereinander liegen. Nur so kriegt man scharfkantige Konturen mit der Sprühdose hin. Der Rest ist dann Fleißarbeit.

Wie viele Aufträge hattest du bisher ca.?

Meine berufliche Karriere als Künstler steckt eigentlich noch in den Kinderschuhen. Das ist mein erstes Jahr “in Business”. Bis zum Ende des Jahres werde ich ungefähr 25 Aufträge in verschiedensten Größen gemalt haben. Für das kommende Jahr stehen fast schon wieder genauso viele auf der Warteliste. Ich bin sehr happy damit, dass meine Arbeit so viel Zuspruch findet. Ich freue mich auch immer sehr, wenn Passanten stehen bleiben und mir interessiert bei der Arbeit zuschauen.

Hattest du schon andere Aufträge in Warendorf?

 Ich bin hauptsächlich im Raum Münster tätig und bemale Stromkästen und Trafostationen für die Stadtwerke dort. Ich habe aber auch schon einen Stromkasten am Emssee für den Abwasserbetrieb Warendorf bemalt. Im Sommer dieses Jahrs habe ich außerdem mit Andreas Plautz und vier weiteren Künstlern eine Wand vor einem Freckenhorster Kindergarten mit lustigen Fröschen und Grashüpfern bemalt.

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