12. März 2019 / Allgemein

„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen…“

Aktion Kleiner Prinz in Bosnien

Aktion Kleiner Prinz,Bosnien,

Hier können gleich vier Leute etwas erzählen: Mit dem Projektmanager Dieter Grothues sind Ende Februar Klaus Chmiel, Elvira Satschepilo und Martin Schulte von der Aktion Kleiner Prinz vom 27. Februar bis zum 3. März nach Bosnien-Herzegowina gereist, wo die Hilfsorganisation seit 1995 tätig ist. Dieter Grothues erklärt: „Es ist wichtig, dass wir unsere Partner vor Ort regelmäßig besuchen. So pflegen wir die Kontakte und stärken das Vertrauensverhältnis.“
 
Bosnien ist nicht Mitglied der EU, die politischen Verwerfungen haben die wirtschaftliche Entwicklung der Region nachteilig beeinflusst. Das Land ist arm, hohe Arbeitslosigkeit lässt kaum Perspektiven für ein besseres Leben entstehen.
 
Die Delegation hat in drei Städten unterschiedliche Projekte besucht, um sich ein Bild von der Verwendung der Spendengelder und den Erfolgen der unterstützenden Maßnahmen zu machen.
 
Ljubija, ehemals Arbeiterstadt, war das erste Ziel der Reise. Im Jahre 1990 wurden hier das Erzbergwerk und das Stahlwerk geschlossen. Hohe Arbeitslosigkeit - die aktuell noch immer bei 80 Prozent liegt - brachte die Menschen in eine schier aussichtslose Notlage. Drogenkonsum, Alkoholismus und Prostitution erwuchsen daraus. Besonders tragisch fällt ins Gewicht, dass die Kinder vernachlässigt werden. Hier setzt die konkrete Hilfe der Aktion Kleiner Prinz ein: Sie unterstützt ein Jugendzentrum, das den Kindern nach der Schule ein integratives kulturelles Angebot macht. Sanela Avdicist Initiatorin und die „gute Seele“ dieser Einrichtung. Sie erklärt: „Die Kinder und Jugendlichen können hier nach dem Unterricht verschiedene Angebote nutzen; sie können sich für Tanz, Theater, Malerei, Sport oder das Spielen eines Musikinstruments entscheiden. Zudem erhalten sie Förderung in allen Bereichen, die die Schule angehen.“ Allerdings haben die Eltern der Kinder die Notwendigkeit von Bildung nie selbst kennen gelernt. Deshalb werden auch für sie Kurse veranstaltet, damit sie ihre Kinder unterstützen können.
 
Ebenfalls in Ljubija finanziert die Aktion Kleiner Prinz täglich für 110 Kinder eine Schulspeisung. Für manche Kinder ist das die einzige regelmäßige Mahlzeit. Nachdem beim Besuch im Februar 2018 aufgefallen ist, dass viele Kinder mit unzureichender Kleidung in die Schule gekommen waren, kaufte die Kinderhilfsorganisation im letzten Winter 147 Winteranoraks. Für dieses Jahr ist zudem der Kauf von festem Schuhwerk angedacht.
 
 Das nächste Reiseziel war die Stadt Banja Luka. Hier unterstützt die Aktion Kleiner Prinz schon seit mehreren Jahren die Initiative „OASE“, die sich vor allem die Ausbildung von Jugendlichen in weiterführenden Schulen zum Ziel gesetzt hat. Diese Schulen sind mit unseren Berufsschulen vergleichbar und für die spätere Berufsausbildung maßgeblich. Aber sie sind schulgeldpflichtig. Viele Eltern aus den ärmeren Randbezirken der Stadt können sich weder das Schul- noch das Fahrgeld leisten. Ganz unerschwinglich ist die Unterbringung im Internat, wenn der Schulweg zu weit wäre. Hier springt die Aktion Kleiner Prinz ein und übernimmt ganz oder anteilig den Elternbeitrag. Die Gründerin der Initiative, Zorica Zubic, wird in diesem Jahr in Rente gehen. Dann wird die Unterstützung von „Bread of Life“, einer Organisation der serbisch-evangelischen Kirche, weiter geführt, bis die letzten Jugendlichen, denen die Aktion Kleiner Prinz Unterstützung zugesagt hatte, ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Danko Malesevic, der Leiter von Bread of Life, und seine Frau Lilijana sind seit vielen Jahren Vertragspartner der Aktion Kleiner Prinz, sodass auch hier die vertrauensvolle Zusammenarbeit fortgeführt werden kann.
 
Bei den eigenen Aktivitäten von „Bread of Life“ in der Stadt Prijedor geht es um Kinder aus sozial problematischen Familien. Denen muss die Notwendigkeit von Bildung oft erst nahegebracht werden. Aldijana Sistek-Sofic, eine Mitarbeiterin von „Bread of Life“, berichtet: „Vor allem Romafamilien vernachlässigen die schulische Ausbildung der Kinder. Deshalb versuchen wir, sie in Nachhilfeprogrammen aufzufangen, in denen sie neben dem Schulstoff auch das Lernen lernen.“ Finanziert werden diese Aktivitäten zum Teil aus Spendengeldern. Aber „Bread of Life“ hat auch Sozialkaufhäuser eingerichtet, die von der Bevölkerung gut angenommen werden. Dort kommen die Sachspenden in den Verkauf, die in Warendorf gesammelt und mehrmals im Jahr per LKW nach Bosnien gebracht werden: Kleidung, Haushaltswaren und Kleinmöbel. Dazu weiß Klaus Chmiel, der stellvertretende Vorsitzende der Aktion Kleiner Prinz: „Die Spenden aus Warendorf sind besonders willkommen, weil sie qualitativ immer hochwertig sind!“
 
Dieter Grothues fasst seine Eindrücke so zusammen: „Alle Projekte laufen gut. Mit den von uns zur Verfügung gestellten Mitteln wird sorgsam und verantwortungsbewusst umgegangen. Die Abrechnungen sind korrekt, die Tutoren und Organisatoren sind hoch motiviert. Wir finden bestätigt, dass sowohl die Gelder unserer Spender als auch ihre Sachspenden ihr Ziel erreichen: Kindern in Not zu helfen!“
Elvira Satschepilo ergänzt: „Es war eine anstrengende, aber sehr eindrucksvolle Reise. Wir sind sehr stolz auf das Engagement unserer Projektpartner!“
Selbstverständlich haben die Ehrenamtlichen der Aktion Kleiner Prinz die Kosten der Reise selbst getragen.
 
Wer die Projekte der Kinderhilfsorganisation in Bosnien unterstützen möchte, kann das tun unter:
IBAN DE46 4005 0150 0062 0620 62, Stichwort „Bosnien“

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