5. Januar 2026 / Warendorf

Wenn Geschichte zum Kriegsargument wird

„Zwei ungleiche Brüder – Die Geschichte der Ukraine und die russisch-ukrainischen Beziehungen“

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Veröffentlicht am 5. Januar 2026 um 18:46 Uhr

Wenn Geschichte zum Kriegsargument wird

„Zwei ungleiche Brüder – Die Geschichte der Ukraine und die russisch-ukrainischen Beziehungen“

Warendorf – Das Westpreußisches Landesmuseum lädt am 7. Januar 2026 um 18 Uhr im Rahmen der Reihe „1. Warendorfer Fenster nach Osteuropa“ zu einem hochaktuellen historischen Vortrag ein. Unter dem Titel „Zwei ungleiche Brüder – Die Geschichte der Ukraine und die russisch-ukrainischen Beziehungen“ beleuchtet die Osteuropahistorikerin Ricarda Vulpius die tiefen historischen Wurzeln eines Konflikts, der Europa bis heute prägt. Der Eintritt ist frei.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wird von Präsident Wladimir Putin immer wieder mit historischen Deutungen legitimiert – etwa mit der These, die Ukraine sei eine „Schöpfung Lenins“ und Russen sowie Ukrainer bildeten „ein Volk“. Der Vortrag zeigt, warum solche Aussagen nicht allein als aktuelle politische Rhetorik verstanden werden dürfen. Vielmehr wurzelt die Vorstellung einer historischen Einheit von Russen und Ukrainern tief in der russischen politischen Kultur und reicht weit vor das 21. Jahrhundert zurück.

Im Zentrum des Abends stehen die sehr unterschiedlichen Entstehungsbedingungen der russischen und der ukrainischen Nation. Anhand langfristiger historischer Linien macht Prof. Vulpius sichtbar, wie sich politische, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen über Jahrhunderte hinweg gegenseitig beeinflusst haben – und warum diese Geschichte bis heute nachwirkt.

Prof. Dr. Ricarda Vulpius ist seit 2021 Professorin für Osteuropäische und Ostmitteleuropäische Geschichte an der Universität Münster. Zuvor lehrte sie an der Freien Universität Berlin. Seit 2014 ist sie Gründungsmitglied der Deutsch-Ukrainische Historikerkommission und Mitherausgeberin des zugehörigen Geschichtsportals zu zentralen Themen des 20. Jahrhunderts.

Die Veranstaltung richtet sich an alle historisch und politisch Interessierten, die die aktuellen Entwicklungen in Osteuropa besser verstehen und in einen fundierten historischen Zusammenhang einordnen möchten.

Termin: 7. Januar 2026, 18 Uhr
Ort: Westpreußisches Landesmuseum, Klosterstraße 21, 48231 Warendorf
Eintritt: frei

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