29. Januar 2026 / Allgemein

Zwei Demos, ein Platz – und wenig Publikum

Warendorf demonstriert – in sehr ruhiger Form

Friedensdemo,Selmar Ibrahimović,Stadtrat,Marktplatz,Frieden,Demonstration,Warendorf,

Warendorf demonstriert – in sehr ruhiger Form

Zwei Demos, ein Platz – und wenig Publikum

Warendorf - In Warendorf scheint die Welt noch überschaubar – zumindest, was das Ausmaß des Protestes angeht. Am Mittwochabend versammelten sich auf dem Marktplatz insgesamt 21 Demonstrierende, verteilt auf zwei Friedensdemonstrationen, um gemeinsam – wenn auch organisatorisch getrennt – für eine bessere Weltordnung einzutreten. Begleitet wurde das Geschehen von einem Ordner und zwei Polizeibeamten, die angesichts der Lage vor allem beobachtende Aufgaben übernahmen.

Die größere der beiden Veranstaltungen war von Die Linke angemeldet und vom Warendorfer Stadtratsmitglied Selmar Ibrahimović organisiert worden. Unter dem Motto „Für eine friedliche Weltordnung“ sollte ein Zeichen gegen Imperialismus, Kriege und geopolitische Machtinteressen gesetzt werden. Trotz der großen Themen – Gaza, Ukraine, kurdische Autonomiegebiete, Venezuela – blieb der große Andrang allerdings aus.

Parallel dazu fand, wie seit den Coronajahren üblich, eine weitere Friedensdemonstration statt, die ebenfalls mittwochabends auf dem Marktplatz abgehalten wird. Diese war bei der Planung der Hauptdemonstration offenbar nicht berücksichtigt worden, sodass es kurzfristig zu räumlichen Überschneidungen vor dem Rathaus kam. Die Situation konnte jedoch friedlich und ohne polizeiliches Eingreifen geklärt werden – was bei einer Teilnehmerzahl, die überschaubar blieb, auch nicht allzu schwierig erschien.

In seiner Rede zeichnete Ibrahimović ein düsteres Bild der weltpolitischen Lage:
„Die Welt befindet sich in einer gefährlichen Phase. Kriege und bewaffnete Konflikte nehmen zu, diplomatische Lösungen werden verdrängt, militärische Interessen dominieren die internationale Politik.“
Eine Analyse, der an diesem Abend zwar kaum jemand widersprach – aber offenbar auch nur wenige folgen wollten.

Selbst die Verstärkung aus Ennigerloh, die eigens angereist war, konnte den Eindruck nicht verändern, dass sich Warendorf an diesem Abend eher im Modus „beobachtende Gelassenheit“ befand. Die widrigen Witterungsverhältnisse taten ihr Übriges, um die Friedensbewegung auf eine Größe zu begrenzen, die eher an eine erweiterte Warteschlange als an eine Demonstration erinnerte.

So blieb am Ende vor allem die Erkenntnis:
Während die Weltordnung wankt, blieb Warendorfs Marktplatz ruhig, aufgeräumt – und erstaunlich leer.

Meistgelesene Artikel

Sassenberg feiert Schützenfest mit neuem König und Olaf der Flipper
Allgemein

Heino Loddemann regiert Sassenberg – Olaf der Flipper krönt ein unvergessliches Schützenfest

weiterlesen...
Freckenhorster Bürgerschützen feiern „Lucky“ am Schützenfestmontag
Allgemein

Begeisterung beim Schützenfest in der Stiftsstadt kennt keine Grenzen

weiterlesen...

Neueste Artikel

Sechs Menschen 100 Tage in Isolation - Studie beendet
Aus aller Welt

Sechs Freiwillige haben 100 Tage in Isolation verbracht, um die Folgen langer Raumfahrtmissionen - wie zum Mars - zu erforschen. Nun ist die Studie beendet und die Teilnehmer wieder «frei».

weiterlesen...
Waldbrand am Gardasee: Mehr als 200 Menschen evakuiert
Aus aller Welt

Am Westufer von Italiens größtem See, wo derzeit auch viele Deutsche Urlaub machen, wüten Feuer. Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Betroffen sind auch Touristen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Warendorf – die Stadt des Freiballons
Allgemein

54. Montgolfiade hebt erstmals in der Emsstadt ab – 31 Ballone sorgen für ein beeindruckendes Himmelsspektakel

weiterlesen...
Vinophil und kulinarisch startet „Schlemmen am Turm“ in die dritte Runde
Allgemein

Gasse am historischen Marienturm und der Kirchplatz werden zur Schlemmer-Meile

weiterlesen...