Warendorf demonstriert – in sehr ruhiger Form
Zwei Demos, ein Platz – und wenig Publikum
Warendorf - In Warendorf scheint die Welt noch überschaubar – zumindest, was das Ausmaß des Protestes angeht. Am Mittwochabend versammelten sich auf dem Marktplatz insgesamt 21 Demonstrierende, verteilt auf zwei Friedensdemonstrationen, um gemeinsam – wenn auch organisatorisch getrennt – für eine bessere Weltordnung einzutreten. Begleitet wurde das Geschehen von einem Ordner und zwei Polizeibeamten, die angesichts der Lage vor allem beobachtende Aufgaben übernahmen.
Die größere der beiden Veranstaltungen war von Die Linke angemeldet und vom Warendorfer Stadtratsmitglied Selmar Ibrahimović organisiert worden. Unter dem Motto „Für eine friedliche Weltordnung“ sollte ein Zeichen gegen Imperialismus, Kriege und geopolitische Machtinteressen gesetzt werden. Trotz der großen Themen – Gaza, Ukraine, kurdische Autonomiegebiete, Venezuela – blieb der große Andrang allerdings aus.
Parallel dazu fand, wie seit den Coronajahren üblich, eine weitere Friedensdemonstration statt, die ebenfalls mittwochabends auf dem Marktplatz abgehalten wird. Diese war bei der Planung der Hauptdemonstration offenbar nicht berücksichtigt worden, sodass es kurzfristig zu räumlichen Überschneidungen vor dem Rathaus kam. Die Situation konnte jedoch friedlich und ohne polizeiliches Eingreifen geklärt werden – was bei einer Teilnehmerzahl, die überschaubar blieb, auch nicht allzu schwierig erschien.
In seiner Rede zeichnete Ibrahimović ein düsteres Bild der weltpolitischen Lage:
„Die Welt befindet sich in einer gefährlichen Phase. Kriege und bewaffnete Konflikte nehmen zu, diplomatische Lösungen werden verdrängt, militärische Interessen dominieren die internationale Politik.“
Eine Analyse, der an diesem Abend zwar kaum jemand widersprach – aber offenbar auch nur wenige folgen wollten.
Selbst die Verstärkung aus Ennigerloh, die eigens angereist war, konnte den Eindruck nicht verändern, dass sich Warendorf an diesem Abend eher im Modus „beobachtende Gelassenheit“ befand. Die widrigen Witterungsverhältnisse taten ihr Übriges, um die Friedensbewegung auf eine Größe zu begrenzen, die eher an eine erweiterte Warteschlange als an eine Demonstration erinnerte.
So blieb am Ende vor allem die Erkenntnis:
Während die Weltordnung wankt, blieb Warendorfs Marktplatz ruhig, aufgeräumt – und erstaunlich leer.













