Zwischen Pferden, Schülern und Geschichten – ein Autor entdeckt Warendorf neu
„Stadtschreiber“ zu Gast im Paul-Spiegel-Berufskolleg
Warendorf - Einen besonderen literarischen Besuch durfte das Paul-Spiegel-Berufskolleg in dieser Woche begrüßen: Marc Lunghuß, derzeitiger „Stadtschreiber“ von Warendorf, war zu Gast im Selbstlernzentrum der Schule und stellte sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums.
Der Berliner Autor, der während seines Stipendiums im Zigarrenmacherhaus lebt und arbeitet, berichtete zunächst von seinen Eindrücken aus der Emsstadt. Zwar habe er Warendorf schon im Vorfeld als Pferdestadt gekannt – „die Pferde musste ich aber erst suchen“, scherzte Lunghuß –, fündig sei er schließlich bei der Hengstparade geworden. Jugendliche, die ihm im Stadtbild bislang gefehlt hätten, habe er nun endlich am Schulzentrum getroffen.
Im Gespräch mit den Oberstufenschülerinnen und -schülern der Bildungsgänge Gesundheit und Soziales (Jahrgang 12) sowie Wirtschaft und Verwaltung (Jahrgang 13) las Lunghuß einen Auszug aus seinem Roman „Am Boden“. Die Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten die Lesung aufmerksam und diskutierten anschließend lebhaft über den weiteren Verlauf der Geschichte.
In der anschließenden Fragerunde sprach der Autor über die Unterschiede zwischen seiner Heimat Berlin-Kreuzberg und dem beschaulichen Warendorf. Gerade die kleinen, alltäglichen Begegnungen – ein Gespräch beim Fahrradkauf, ein Besuch auf dem Brinkhaus-Gelände oder das Beobachten der Kommunalwahl – seien für ihn inspirierende Momente, die in seinen nächsten Roman einfließen könnten.
Die Veranstaltung bot nicht nur spannende Einblicke in das Leben und Arbeiten eines freien Schriftstellers, sondern auch in die Themenwelt seines Romans – von Familienkonflikten über Trauerarbeit bis hin zum wirtschaftlichen Abschwung der Teppichbodenindustrie. Zugleich ermöglichte der Besuch des „Stadtschreibers“ eine neue, literarische Perspektive auf Warendorf.
Am Ende waren sich alle Beteiligten einig: Der Austausch mit Marc Lunghuß war eine bereichernde Begegnung, die Lust auf Literatur und neue Sichtweisen machte.













