10. Juni 2022 / Allgemein

Berufsparcours

Praktische Erfahrungen in der beruflichen Orientierung durch nichts zu ersetzen

Blutdruck messen,Kreishaus,Warendorf,Berufsparcours,Erfahrungen,

Berufsparcours

Praktische Erfahrungen in der beruflichen Orientierung durch nichts zu ersetzen

Es ist ein Donnerstagmorgen Mitte Mai und 120 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Warendorf sitzen in Kleingruppen an Tischen in der Schulaula. Der Vormittag steht ganz im Zeichen der beruflichen Orientierung. An insgesamt 15 Stationen stellen neun Betriebe aus dem Kreis Warendorf ihre Ausbildungsberufe anhand typischer Aufgabenstellungen vor. Das Format nennt sich „Berufsparcours“ und wird vom Technikzentrum Minden-Lübbecke angeboten und von der Kommunalen Koordinierungsstelle im Übergang Schule – Beruf Kreis Warendorf organisiert.

Das Konzept geht auf. Insgesamt ca. 250 Jugendliche der 9. und 10. Klasse erleben an diesem Morgen ganz praktisch, wie Industriekaufleute und Fachkräfte in den Bereichen Mechatronik, technisches Produktdesign sowie in Gesundheits- und anderen Berufen arbeiten. Sie messen gegenseitig den Blutdruck, biegen Handyhalter oder beschäftigen sich mit Steuererklärungen. Die Auszubildenden der Betriebe erklären die Aufgaben und sind auf Augenhöhe mit den Jugendlichen. Fragen sind erwünscht.

Die Schülerinnen und Schüler sind engagiert bei der Sache und freuen sich, etwas Praktisches zu tun. Die Rückmeldungen fallen daher positiv aus. „Ich wusste nicht, dass die Berufe so vielfältig sind“, ist zu hören, bevor die Kleingruppe zur nächsten Station wechselt. Birgit Volmer von der Firma SURTECO aus Sassenberg ist von diesem Format überzeugt. „Der Berufsparcours ist ein gutes Angebot für Schülerinnen und Schüler, mit Berufen in Kontakt zu kommen, die sie nicht auf dem Schirm haben“, so die Ausbilderin für Industriekaufleute.

Die zuständige Berufsberaterin der Agentur für Arbeit geht von Tisch zu Tisch und behält alles im Blick. Sie wird die Erfahrungen des Berufsparcours in die Beratungsgespräche einfließen lassen. So ist der Vormittag auch dann für die Schülerinnen und Schüler hilfreich, wenn sie feststellen, dass eine Tätigkeit nicht so gut gefallen hat.

Auch der Ansprechpartner für berufliche Orientierung in der Gesamtschule, Thomas Deutmeyer, ist sehr zufrieden. „Keiner hat auf den Pausengong geachtet. Alle arbeiten weiter“, stellt er beeindruckt fest. Im Vorfeld hat er die Schülerinnen und Schüler gut auf den Vormittag vorbereitet. Neben Hinweisen zum Umgang mit den Betrieben wurde eine „Bewerbungskarte“ ausgefüllt, mit deren Hilfe die Kontakte geknüpft werden. Alle Jugendlichen, die Interesse und Talent für einen Beruf zeigen, werden von den Betrieben nach der Veranstaltung kontaktiert und zu einem Schnuppertag oder Praktikum eingeladen. Wenn alles passt, schließt sich ein Ausbildungsvertrag an. Diese Möglichkeit, potenzielle Auszubildende kennenzulernen freut die Betriebe besonders, denn viele Ausbildungsstellen sind noch offen – teilweise auch für das kommende Ausbildungsjahr.

Die letzte Viertelstunde des Vormittags ist eingeläutet. Es wird noch einmal lebendiger in der Schulaula, denn die Jugendlichen suchen sich die letzte Station selbst aus. Sie können die Chance nutzen, um Ausbilderinnen und Ausbilder kennenzulernen, die Aufgabe ihres Wunschberufes zu lösen oder weitere Fragen zu stellen. Nach all diesen positiven Erfahrungen im Berufsparcours sind sich alle Beteiligten einig: Das Angebot soll fortgesetzt werden. Und für die Leiterin der Kommunalen Koordinierungsstelle Jutta Rohoff-Schaden sind die nächsten Schritte klar: „Wir planen eine Ausbreitung und Verstetigung des Berufsparcours im Kreis Warendorf.“

Der Berufsparcours findet ergänzend zu den Angeboten des Landesprogramms „KAoA – Kein Abschluss ohne Anschluss“ statt, das mit Hilfe von Mitteln des Europäischen Sozialfonds die berufliche Orientierung in den Schulen sicherstellt. Weitere Informationen finden Sie unter www.kreis-warendorf.de/kommunale-koordinierung. Bei Fragen ist die Kommunale Koordinierungsstelle unter koko@kreis-warendorf.de erreichbar.

Blutdruck messen

Benjamin Neuhaus (l.) und Maximilian Schellenberg (r.) durchliefen den Berufsparcours. An der Station von Dominik Kröger (Mitte) von der Sozialstation Land gGmbH konnten sie ihren Blutdruck messen.

Meistgelesene Artikel

Rasender Autofahrer auf B 64 gestoppt
Allgemein

Extrem hohe Geschwindigkeitsüberschreitung führt zu drastischen Konsequenzen

weiterlesen...
Traditionelle Osterfeuer in Warendorf und Sassenberg
Allgemein

Gemeinschaftliches Zusammenkommen in gemütlicher Runde

weiterlesen...
Herzrhythmusstörungen sicher und effektiv behandeln
Allgemein

Neue Behandlungsmethode für Vorhofflimmern im Warendorfer Josephs-Hospital

weiterlesen...

Neueste Artikel

Suche nach Arian: Süßigkeiten und Ballons im Wald aufgehängt
Aus aller Welt

Seit Montagabend wird der sechsjährige Arian vermisst. Viele Menschen suchen nach dem autistischen Kind - an Land und im Wasser. Die Einsatzkräfte geben die Hoffnung nicht auf.

weiterlesen...
Norovirus nach Besuch von Stuttgarter Frühlingsfest
Aus aller Welt

Erbrechen, Durchfall, Übelkeit: Ein Besuch des Stuttgarter Frühlingsfests sorgt bei vielen Gästen für Magen-Darm-Beschwerden. Alle gingen in dasselbe Festzelt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Warendorfer THWler im Goldenen Buch des NRW-Landtags
Allgemein

Eine besondere Anerkennung für geleistete Dienste

weiterlesen...
Altblech-Freunde aufgepasst!
Allgemein

Classic Data-Bewertungspartner auf der Warendorfer Gewerbeschau

weiterlesen...