11. Februar 2018 / Karneval

Spiel, Satz und Säge: Prinz Hanns-Jörg I.

Rathausstrmung 2018

Spiel, Satz und Säge: Prinz Hanns-Jörg I.

Spiel, Satz und Säge: Prinz Hanns-Jörg I.

Es war von Anfang an ein ungleicher Kampf. Ein paar verlorene Holzfällerinnen und Holzfäller gegen eine übermächtige Narrenschar, die zudem noch mit einem schier unerschöpflichen Vorrat von Wurfgeschossen antrat. Mit nagelneuen Tennisbällen, mit Tennisschlägern und sogar einer Tennisballwurfmaschine war Prinz Hanns-Jörg I. (Ahmerkamp) „mit Kawumm aus dem Holzimperium“ angerückt zum Rathaussturm. Schnell musste Bürgermeister Axel Linke erkennen, dass er sein Rathaus wohl doch nicht verteidigen kann. Zwar gab er vor, seine Axt noch kurz vorher an einem Ratsmitglied geschärft zu haben, doch das beeindruckte die heranrückenden Narrenmassen wenig. Nur kurz konnte er sie aufhalten, als man ihm zurief, von seinen Mannen stehe kaum noch einer hinter ihm. „Das kenne ich schon aus dem Rat“, war seine Antwort, die ihm wegen der Lacher im Narrenvolk eine kleine Verschnaufpause einbrachte. Und weil die Tennisbälle allein nicht den nötigen Effekt zeitigten, reichte irgend jemand dem Prinzen aus dem Holzimperium noch eine Säge, damit der er den Baumstamm, der den Weg ins Rathaus versperrte, aus dem Weg räumen konnte.

Spiel, Satz und Säge also: Prinz Hanns-Jörg I.! Nach wenigen Minuten ließ er die Prinzenfahne als deutliches Zeichen seiner Macht vom Rathausbalkon herunter und hielt sein erstes Versprechen: Strahlenden Sonnenschein hatte er für die Machtübernahme angekündigt – noch clever zwei Minuten gewartet, bis die Wolken wirklich aufrissen – und strahlte dann mit der Sonne und seiner Annemarie zum gut gefüllten Marktplatz herab.

Den hatten die Jecken schon früh bevölkert und beste Stimmung mitgebracht. Ein buntes Bühnenprogramm mit Formationen aus dem WaKaGe-Ballett, Hofsänger, Sassenbergs Musikkapelle Ramba-Zamba nebst fröhlichen „Regularien“ entlohnte die Zuschauer für ihren Besuch an einem Sonntagvormittag, der zunächst wettertechnisch wenig vielversprechend ausgesehen hatte. Aber: „Biste jecke, biste nett!“. So das diesjährige Sessionsmotto und so auch die Stimmung der Jecken. Alle waren sie nett und freuten sich auf einen langen Nachmittag, der der Warendorfer Gastronomie volle Tische und Stühle bescherte.

Und morgen am Rosenmontag wird es, so versprach der Prinz, Kamelle und Leckereien nur so regnen. Denn er habe sich jedes Gesicht der Anwesenden gemerkt und werde diese besonders zuvorkommend bedenken.

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