2. Juli 2018 / Schützenfest

Keinen König könnte keiner krönen

Schützenfest in Vohren

Keinen König könnte keiner krönen

Keinen König könnte keiner krönen

Krönung ist beim Schützenfest in Vohren sonntags abends um 20:00 Uhr. Was aber, wenn es keinen König gibt? Nicht um 20:00 Uhr und auch nicht später?
Zeitweise sah es beim diesjährigen Schützenfest in der Warendorfer Bauernschaft so aus. Es lag nicht, wie so oft, am Vogel. Der wackelte nach weit über 400 Schuss bedrohlich an seiner Halteschraube und war längst auf das Maß eines halben Hähnchens reduziert. Ebenso wackelig und halb war auch der Mut der Vohrener Schützen, die – je bedrohlicher die Lage für den Vogel wurde – immer größere Schießpausen einlegten, so dass lange Zeit alle Getränke- und Imbissstände gut gefüllt waren. Der wichtigste Stand aber, der Schießstand war komplett leer.
Anfeuerungsrufe gab es genug. „Papa schieß jetzt und mach ihn weg!“ war zu hören. Auch dass Soundso „am allerdransten“ sei. Aber jeder Soundso war eben nicht dran, sondern ganz weit weg. Parallelen zur Fußballnationalmannschaft taten sich auf. Amtszeitverlängerung? Alle Varianten wurden diskutiert, kurzzeitig fasste noch ein erfahrener Schütze den Mut – und verschoss!
Bis endlich Daniel Schwakenberg an den Schießstand trat, unter dem Jubel der Schützengesellschaft anlegte und – zunächst auch nicht traf. Sekunden später, um geschlagene 19:21 Uhr riss dem Vogel der Geduldsfaden und der neue König die Arme hoch. 461 Schuss und fast 300 Minuten hatte es gedauert und das Ansehen Vohrens war gerettet. Die ersten ohne König – das wollten sie nicht sein! Ein toller Verein, ausreichend viele Mitglieder, beste Stimmung. Die Gründe für die Zurückhaltung der Kandidaten liegen woanders. Zum Beispiel an den Schwierigkeiten, Berufsleben, Heimatbindung und Aufgaben des Throns zusammen zu bringen. Sicherlich ein Thema, dass in Zukunft noch viele Vereine beschäftigen wird.
Daniel Schwakenberg ist fest entschlossen, das zu schaffen. Mit seiner Königin Katharina Voss und Jaqueline Borgmann & Gereon Rutte, Maik & Nicole Herte, Martin & Heike Schwakenberg sowie
Anna-Katharina Rutte & Johannes Schräder auf dem Thron, wird es ein gutes neues Jahr für die Vohrener Schützen werden, die ihren neuen Majestäten entsprechend ausgiebig huldigten. Nur knapp eine halbe Stunde später als sonst wurde gekrönt, jetzt hatte man ja einen König. Nur keinen König hätte keiner krönen können.
Die Insignien waren schnell geschossen gewesen: Das Zepter hatte sich Jochen Kuckelmann gesichert, die Krone schoss Michael Laumann, den Apfel hatte Manni Wessel herunter geholt. Alles bei strahlendem Sonnenschein und bestem Schützenfestwetter, das schon mittags zu den Ehrungen und Beförderungen den Schützenplatz in gleißendes Sonnenlicht tauchte. Befördert wurden am Sonntag in der Damengarde Katrin Bückmann, Carlotta Nüssing und in der Ehrengarde Steffen Ahlke, Benedikt Wöstmann, Kai von Bünau, Markus Diekmann, Markus Frese, Hendrik Bußmann, Daniel Fromme sowie Bernd Lamers. Auf 50-jährige Mitgliedschaft blicken Richard Füchtenkötter und Dieter Müller zurück, seit 25 Jahren sind Ludger Schulze Relau, Robert Winnemöller und Birgit Blienert dabei. Den Orden für besondere Verdienste erhielt Theo Austermann und im Rahmen der Krönung gab es eine weitere, ganz besondere Auszeichnung die mit einem ganz besonderen Dank verbunden war, denn es handelt sich um das Ende einer Ära: 44 Jahre lang hat Willibald Distler das Vohrener Schützenfest mit seiner Kamera begleitet, alle wichtigen Momente eingefangen und mit aufwändiger Nachbearbeitung zu sehenswerten Erinnerungen zusammengeschnitten, die der Nachwelt die Fröhlichkeit und Lebendigkeit des Vohrener Schützenwesens überliefern werden. Dafür dankte der Verein ihm – und natürlich seiner Frau – mit einem Geschenkt und lang anhaltendem Applaus.

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