21. Januar 2024 / Allgemein

Grenzübergreifende Fröhlichkeit

Sassenberger Prinzenempfang

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Grenzübergreifende Fröhlichkeit

Nein, mit grenzübergreifender Fröhlichkeit ist nicht gemeint, was in jüngster Zeit durch die Medien geistert. Zwar wurden auch für den Prinzenempfang in Sassenberg Grenzen überschritten – aber Ortsgrenzen. Denn viele Orte und Karnevalsvereine sowie -clubs pflegen schon seit langem eine karnevalistische Freundschaft. Man kennt sich, man schätzt sich und man trifft sich. Vorzugsweise nach der Proklamation eines neuen Oberhaupts, was ja in vielen Orten – außer in Warendorf – Männlein, Weiblein, Pärchen oder Dreigestirn sein kann.

In Sassenberg ist es in diesem Jahr ein Mann. Prinz Kevin I., der Spediteur von Wanderstock und Sägebock, mit Prinzessin Alexandra I., hatten am Sonntagabend zum Prinzenempfang geladen und die Vereine und Gruppen aus Sassenberg, Füchtorf, Warendorf und Freckenhorst nahmen die Einladung gerne an.

Als erste betraten die Warendorfer Tollität Prinz Olli I., der Fußballnarr vom HaBaKa, und sein Gefolge die Bühne in der Schützenhalle im Brook, um dem neuen Prinzenpaar ihre Aufwartung zu machen. Bernd Wiese, für seine lockere Moderation bekannt, begrüßte die gut gefüllte Schützenhalle mit einem kurzen Bericht über den Vorabend in Warendorf, an dem die dortige Karnevalsgesellschaft WaKaGe 111 Jahre Prinzen und zugleich 55 Jahre ihrer tollen WaKaGe-Balletts feierte. Gewohnt locker ging er auch auf die Lokalität ein – sein klares Votum für bessere Veranstaltungsmöglichkeiten stieß ebenso auf offene Ohren wie seine Mahnung, der „Karneval ist bunt, nicht braun!“. Worte, für die er Beifall erntete.

Den erhielt auch Hofsängerin Linda Tönnies für ihre Beiträge. Allerdings erst nachdem diejenigen, die ihr gleichtun wollten, wieder zu Atem gekommen waren. Linda singt: „Alle wollen tanzen so wie ich!“ – aber der Versuch scheitert. Denn mit der Schallgeschwindigkeit, mit der sie ihre „oben, unten, links, rechts, vorn, hinten, drehen“ Choreographie ablieferte, kamen nur die wenigsten mit. Weder auf der Bühne, noch im Saal.

Neben den mitgebrachten Orden übergab die Warendorfer Equipe den Sassenbergern ein Exemplar ihrer Schrift zum Prinzenjubiläum und durfte sich im Gegenzug ebenfalls über Orden freuen. Dieser Austausch ist Tradition. Auch die nachfolgenden Gratulanten durften sich über den ehrenvollen Brustschmuck freuen. Im Gegenzug boten die einen (die Oldies) Stimmung, die anderen Orden und Stimmung (die Freckenhorster KG Silber-Blau). Angeführt von ihrem Prinzen Achim I., den sie zu Recht den „Vollblutkarnevalist“ nennen. Das bewies er auf der Bühne. Sitzungserfahren nahm er die Anwesenden für sich ein und stieg beim Absingen seines Prinzenliedes gerne auch von der Bühne herunter, um sich unter die Zuschauer zu mischen. Gewohnt Gentleman vergaß er auch nicht, zwei Mitglieder der Oldies auf die Bühne zu bitten, die ihm in jener Zeit, als der Karneval in Freckenhorst noch ein zartes Pflänzchen war, bei seinen Anstrengungen geholfen hatten, dieses Pflänzchen zu stärken. Er dankte, ganz Karnevalsprinz, natürlich ebenfalls mit seinem Orden.

Richtiggehend krass (dieses Wortspiel sei erlaubt) war die Darbietung, die  Lorena Kraß, das Tanzmariechen der KG Silber-Blau, auf die Sassenberger Bühne brachte. Die Gesetze der Schwerkraft scheinen für das 15-jährige Tanzwunder aus der Stiftsstadt nicht zu gelten. Nicht nur die anwesenden jungen Damen der Blauen und Roten Funken schauten ihr anerkennend zu.

Eine vermutlich letzte Amtshandlung war der Sassenberger Prinzenempfang für Prinz Markus der II., und seine Prinzessin und Ehefrau Alexandra aus Füchtorf. Ihre Amtszeit endet am kommenden Wochenende und es ist gute Tradition, dass auch das scheidende, aber noch amtierende Füchtorfer Prinzenpaar den Prinzenempfang in Sassenberg besucht.

Ebenfalls gute Tradition sind die 11 närrischen Paragrafen, die die Sassenberger Tollität für ihre Amtszeit bereit hält. Bevor der Abend in den langen und äußerst gemütlichen Teil überging, verlas Prinz Kevin I., sein Regelwerk und sorgte damit, ebenfalls gute Tradition, für Belustigung, bei einigen Anwesenden aber auch für Erstaunen.

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