7. August 2022 / Allgemein

In Naut und daut, hol wie to haup

Schützenverein "Hinter den drei Brücken" feiert seinen Jubiläumstag

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100 Jahre Schützenverein "Hinter den drei Brücken"

In Naut und daut, hol wie to haup

In Not und Tod halten sie zusammen. So sagt es die Standarte des Schützenvereins Hinter den drei Brücken, der in diesem Jahr sein 100stes Jubiläum feiert – 101 Jahre nach seiner Gründung.

Denn auch wenn Corona dem traditionsreichen Verein im Warendorfer Norden im Jubiläumsjahr 2021 einen Strich durch die Rechnung machte, wollten die Schützenschwestern und -brüder dieses besondere Jubiläum nicht nur nicht ausfallen lassen. Sie wollten es feiern! Gemeinsam mit vielen Gastvereinen. Und genau das war und ist in diesem Jahr endlich möglich.

Über ein solch prächtiges Bild in Grün und Weiß wie an diesem Wochenende hat sich der Lohwall schon lange nicht mehr freuen dürfen. Präsident Hennes Bußmann bot sich von der Bühne ein imposantes Bild, wie er sagte. Es seien alle Gastvereine da. „Die die nicht da sind hab’ ich nicht gesehen“, scherzte er, was die Anwesenden mit freundlichem Lachen quittierten. Die Stimmung entsprach mindestens jener guten Laune, wie sie bereits früher bei den Schützenfesten Hinter den drei Brücken herrschte. Dies entsprach ganz den Wünschen des Präsidenten, der betonte, wieder zur Normalität zurückkehren zu wollen. Was bei einem derart besonderen Jubiläum natürlich schwerlich möglich ist, und so gab es, anders als in sogenannten normalen Jahren, noch einige zusätzliche Redner, die dem Verein gratulierten.

Allen zuvorderst Bürgermeister Peter Horstmann, der an den in westfälischem Platt gehaltenen Wahlspruch des Schützenvereins erinnerte, der mit seinem langen Bestehen beweise, dass in diesem Verein mit dem besonderen Zusammenhalt ganz viel richtig gemacht worden sei. Er wünschte den Dreibrückenschützen eine Feier, wie sie es verdient haben. Dem schloss sich Horstmanns Stellvertreterin Doris Kaiser an, die dem Verein bereits seit vielen Jahren die Grußworte der Stadt übermittelt. Das habe sie immer sehr gerne getan, sagte Kaiser, weil es sich um eine intakte Schützenfestfamilie handele.

Gerhard Leve, Präses des größten und ältesten Warendorfer Schützenvereins, unterstrich, dass der Schützenverein Hinter den drei Brücken das Leben in der Stadt Warendorf entscheidend geprägt habe. Leve betonte die Bedeutung der Schützenfeste und -vereine. Mit einer Gesamtzahl von 8.500 Mitgliedern bildeten die Schützenvereine einen starken Prozentsatz der Bevölkerung in der Stadt. Sie dienten der Geselligkeit, der Nachbarschaft, der Traditions- und Brauchtumspflege, und seien ein Ausdruck der Heimatliebe. Er erinnerte daran, dass entscheidende dieser Werte in den Satzungen der Vereine verankert seien und von den Vereinen gelebt werden. Er dankte dem eng mit der Geschichte des Vereins verbundenen Landgestüt und wies darauf hin, dass besonders in der Pferdestadt Warendorf das Pferd den Festen erhalten bleiben müsse. Mit einem Seitenblick auf die aktuelle weltpolitische Situation verabsäumte er am Ende seiner Rede nicht zu mahnen, wichtige Werte zu bewahren, und nannte Menschen- und Völkerrecht.

Brudermeister Franz-Josef Abeck von der Schützenbruderschaft Gröblingen-Velsen überbrachte – da alles gesagt war – nur kurz die Grüße der anderen Vereine, bevor der Festumzug, der sonst aus dem Norden zum Lohwall marschiert, einen ungewöhnlichen Weg nahm. Dieser führte vom Lohwall zur nördlichen Heimat und von dort, durch die von der Stadt wie versprochen teilgeräumte Dreibrückenstraße, zurück zum Festplatz. Durch Urlaubszeit und Erkrankungen nur von zwei Musikzügen begleitet, der Stadtkapelle Warendorf und dem Spielmannszug Sassenberg. Dass somit die Marschierenden gezwungen waren, selbst Lieder wie „Oh du schöner Westerwald“ anzustimmen – ließ sich leider auf Fotos nicht für die Ewigkeit festhalten, wird aber sicherlich ebenso im Gedächtnis bleiben wie der Auftritt des Alten Throns am Freitagabend. Mit „Sing, Sachse, sing“ – wegen ihres aus Sachsen stammenden Königs Dietmar Schmegner – „Somewhere over the rainbow“ und „Es gibt kein Bier auf Hawaii“ hatten sie das Zelt gerockt.

Möglich, dass ähnlich Abstruses auch am Samstagabend passierte. König Gerhard Kolodzei, der um 15:59 Uhr mit dem 231. Schuss alles klar gemacht hatte, und seine Königin Simone Glück, strahlten bei der Krönung jedenfalls viel Humor aus und werden mit ihrem Thron sicherlich ein – der Name der Königin ist Programm – glückliches Regentschaftsjahr erleben dürfen.

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