24. Oktober 2023 / Allgemein

5 Jahre Caero Intensivpflege – intensiv leben!

Die Wohngemeinschaft am Eichenhof mit 9 Einzelapartments für außerklinische Intensivpflege feiert ihren 5. Geburtstag.

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5 Jahre Caero Intensivpflege – intensiv leben!

Die Wohngemeinschaft am Eichenhof mit 9 Einzelapartments für außerklinische Intensivpflege feiert ihren 5. Geburtstag.

Anlässlich dieses Festes befragten wir einige Bewohnende über diese ganz besondere Wohngemeinschaft: 

„Intensivpflege heißt fast tot“, „das Leben sei kurz vor dem Ende“, berichtet die Bewohnerin Fr. W., sei zuvor ihre Vorstellung gewesen. "Am Anfang dachte ich, die Aufgabe meiner Wohnung ist gleichbedeutend mit der Aufgabe meines Lebens. Doch dem war gar nicht so. Ich wurde mit offenen Armen aufgenommen und führe fast ein normales Leben, halt nur mit Beatmung.“ Sicherlich sei sie nicht mehr so belastbar, die Gehstrecke sei eingeschränkt, die Kraft werde weniger und mehrfach am Tag müsse das Sekret aus der Lunge abgesaugt werden, da sie es selbst nicht hinreichend hochhusten kann. Aber sie könne weiter am Leben teilnehmen, es würde gemeinsam gebacken, gekocht und gefeiert. Ihre Familie samt fröhlich spielender Enkelkinder kommen häufig zu Besuch. Die persönlichen Highlights ihrer letzten 4 Jahre in der Einrichtung war die gemeinsame Weihnachtsfeier im letzten Jahr, vor allem aber ihre Feier zum 70. Geburtstag im April dieses Jahres. Aber auch im Alltag würde vieles gemeinsam gemacht, gefrühstückt, fern geschaut oder sich unterhalten – „das geht auch mit Beatmungsschlauch“, strahlt sie.

Frau H., die seit etwa einem halben Jahr in der Einrichtung lebt ergänzt, „Ich erlebe ganz viel respektvolle Fürsorge (…) und, wenn ich etwas brauche, dann wird geschaut, dass es möglich ist (…) Viele haben hier Humor und wir lachen viel (…) die Gemeinschaft ist herzlich (…) Meine Freundin ist erstaunt wie gut es mir geht, als sie mich das erste Mal besuchte, sie dachte ich sei halbtot. (…) Aktuell habe ich eine hohe Speichelproduktion, da möchte ich dann die anderen beim Essen nicht stören, so dass ich dann lieber für mich esse.“ „Auch dies ist möglich“, erklärt die Pflegedienstleitung Oana Barbu, „wir unterstützen die Bewohner und greifen ein, wo sie Sicherheit brauchen, aber sie sollen so normal wie möglich und mit alltäglicher Freud leben.“ In der Einrichtung leben Menschen mit unterschiedlichen Schweregraden: von vollständig immobilen, in Wachkoma ähnlichen Lebenssituationen mit vollkontrollierter Beatmung und künstlicher Ernährung, bis hin zu mobilen, aktiv kommunizierenden Bewohnern - alle aber mit Atmungseinschränkung mit Trachealkanüle. Etwa 50% der Bewohner nehmen an den gemeinsamen Mahlzeiten teil. Alle Bewohner werden wenigstens für einige Stunden mobilisiert und in die Gemeinschaft geholt. „Besonders beeindruckt mich der respektvolle und einfühlsame Umgang, das Miteinbeziehen der immobilen und nicht sprachfähigen Bewohner durch die mobilen und aktiv kommunikationsfähigen Mitbewohner“, ergänzt Regionalleiter Martin Klein.

Fr St. als Mutter ihrer 19-jährigen Tochter bestätigt: „Ich fühle mich nicht nur als Angehörige, ich fühle mich als Freund angenommen. Ich hatte Angst davor eine anonyme Situation vorzufinden, aber das ist gar nicht so. Es ist ganz normal, dass ich mit Waffeln backe oder wir sonntags gemeinsam frühstücken. Auch dass ich meinen Hund mitbringen kann, wenn ich täglich für mehrere Stunden meine Tochter besuche - habe ich vorher nicht bedacht, aber auch das klappt problemlos.“

„5 Jahre ist jung, welche Wünsche haben Sie für die Zukunft?“

„Ich möchte mich selbst in den Essensbereich bewegen können und meine Ernährung selbst an- und abschließen können“, sprudelt es spontan aus Frau H. heraus. „Ich möchte wieder viel gemeinsam unternehmen, kochen, backen, ins Kino fahren“, führt Frau W. aus und ergänzt, „dass es für die Mitarbeiter nicht so viele Regeln und Gesetze gibt und sie nicht so viel schreiben müssen. Ich wünsche mir auch wieder mehr Schüler und Praktikanten, dass wir mehr gemeinsame Ausflüge machen können.“ Fr St. stimmt zu: „Mehr Anerkennung von oben. Man merkt doch, dass immer mehr gefordert wird und die Anerkennung für die Pflegemitarbeiter von Seiten der Politik nicht wirklich gegeben ist. Die Arbeit für Pflegekräfte ist in den letzten Jahren schwieriger geworden. Das habe ich auch schon in der Versorgung meiner Tochter Zuhause wahrgenommen.“ „Ich möchte es schöner für die Bewohner machen. Unsere gemeinsamen Unternehmungen, unseren gemeinsamen Alltag gestalten“, fasst Oana Barbu ihre Aufgabe zusammen. 

Alles Gute für die Zukunft, wünschen wir der Caero Intensivpflege!

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