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Aus Schandfleck wird Perle

Aus Schandfleck wird Perle

Aus Schandfleck wird Perle

Das Warendorfer Ostviertel – liebevoll auch „Pferdeviertel“ genannt – hat einen ganz besonderen Charme. Es ist die Bohème des Ortes, mit seinen Museen, seinen Künstlern, den vielen architektonischen Kleinodien und seinen auch in Gänze wunderschön anzusehenden Fassaden.
Na ja, zumindest bis auf das ehemalige „Bermuda Dreieck“ an der Zufahrt zur Oststraße von der B64 aus. Hier, an der Ecke Zuckertimpen, wo in den 80er Jahren nicht nur heiße Partynächte stattfanden (bei denen auch schon mal geschossen wurde), begrüßt ein echter Schandfleck die Passanten. Die ehemalige „Klamotte“, mit der „La Grotta“ im Untergeschoss – eingeworfene Fenster, marode, nicht restaurierbare Bausubstanz; passend zum „Ost“viertel ein Stück DDR wie es in Deutschlands Osten auch heute leider noch vielfach anzutreffen ist.
Bis Januar, dann ist dieses Stück Warendorfer Stadtgeschichte Geschichte. Am Donnerstag fand der erste Spatenstich für ein Projekt der Warendorfer Wohnungsbaugenossenschaft statt, das, so Bürgermeister Axel Linke, eine „richtige Perle“ werden wird. Er freue sich auf das, was hier in den nächsten Jahren passieren wird, sagte er auch mit Blick auf den nebenan von der Stadt neu gebauten Spielplatz, der bald schon offiziell eröffnet wird.
Auch der ehemalige Erste Bürger der Stadt, Theo Dickgreber, als Vorsitzender der Wohnbaugenossenschaft, freut sich auf dieses „Ereignis auf das viele gewartet haben“. Er sprach von einem hohen Bedarf an Wohnungen in Warendorf, was der Geschäftsführer der Wohnbaugenossenschaft, Bernhard Herbermann, nur bestätigen konnte. „Wir hätten jetzt schon vermieten können“, lachte er heute.
Noch ist es nicht soweit. Die Planungen für das von der Firma ELMER erworbene Grundstück seitens des Architekten Carl Altefrohne sind zwar beendet, erste Arbeiten am Fundament wurden geleistet und die Archäologen haben ihre Arbeiten abgeschlossen, nun aber beginnt die eigentliche Bautätigkeit, die bald schon zur sichtbaren Veränderung des Oststraßengesichts führen soll. Mitte Januar, so Heinz-Dieter Oertker von der Warendorfer Firma Oertker BAU, wird der rückwärtige Teil des Hauses „Bernhard Niemer – Bäcker & Brauer“ – also der Klamotte – verschwunden sein. Die zur Oststraße gewandte Fassade wird allerdings erhalten bleiben und später, mit ihrem rückwärtigen Komplex aus insgesamt 9 Wohnungen in den dann zwei Gebäuden, das Gesicht des sehenswerten Viertels verschönern. Die computergestützten Zeichnungen lassen bereits erahnen, dass Bürgermeister Axel Linke recht behalten wird und das Areal sich schon bald vom jetzigen Schandfleck zur richtigen Perle mausern wird.

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