27. August 2021 / Allgemein

Die dritte Reise der Aktion Kleiner Prinz nach Ahrweiler

Sylvia Oertker und Dieter Grothues besuchen weitere Familien

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Die dritte Reise der Aktion Kleiner Prinz nach Ahrweiler 

Sylvia Oertker und Dieter Grothues besuchen weitere Familien

Bei ihrer dritten Reise ins Ahrtal konnten Sylvia Oertker und Dieter Grothues weitere Familien besuchen. Dabei sollten mit ihnen Finanzhilfen vereinbart werden. Sie nahmen sich viel Zeit, auch um den Menschen einfach nur zuzuhören. Tief berührten die Schilderungen der Flutnacht.

Die Menschen kämpfen mit traumischen Erlebnissen, die vor allem die Kinder oft sehr verändert haben, so dass psychologische Hilfe angeraten ist. Zudem müssen teilweise sehr hohe materielle Schäden verkraftet werden, Haus und Hausrat sind verloren gegangen. So ist es auch einer Flüchtlingsfamilie aus Syrien ergangen, die buchstäblich alles verloren hat bis auf das, was sie am Leibe trug.

Einige der jungen Familien haben vor einigen Jahre neu gebaut oder ein altes Haus renoviert. Die Kredite für diese Investitionen sind noch nicht getilgt. Es scheint völlig unklar, inwieweit sie entschädigt werden, insbesondere wenn keine Elementarversicherung abgeschlossen wurde. Nicht nur einmal hörten wir, dass man im Glauben war, eine solche Versicherung abgeschlossen zu haben, es aber tatsächlich nicht der Fall war. 

Sorgen bereitet auch die mögliche Kontamination von Wänden und Böden vom Schlamm, der mit Diesel, Heizöl und sonstigen Giften verseucht ist. Es ist vielfach nicht sicher, ob man die Innenwände reinigen kann oder ob dies bei der Arbeit der fleißigen auswärtigen Helfer schon gelungen ist. Es bleibt ein ungutes Gefühl. Außerdem besteht die Sorge, dass es nicht mehr realistisch ist, die Kinder mit gutem Gewissen im Garten spielen zu lassen oder Gemüse zu ernten. Vielleicht muss die obere Schicht der Gartenerde abgetragen werden und durch saubere Erde ersetzt werden. Die Kosten dafür kann man nur erahnen.

Die Politik plant, die Familien mit 80 Prozent des Hauswertes zu entschädigen. Aber die Wertermittlung wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Menschen glauben nicht daran, dass sie materiell genauso gut dastehen werden wie vor der Flut. Viele werden zusätzliche Kredite aufnehmen müssen. Der unbedingte Wille wieder aufzubauen ist aber bei vielen Familien vorhanden, obwohl die Sanierungsstrategien noch nicht überall klar sind. Dass die Aktion Kleiner Prinz dies mit Finanzhilfen unterstützten möchte, wird dankbar aufgenommen.

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