30. Mai 2024 / Allgemein

Helfen und fürs Leben lernen – 60 Jahre Freiwilligendienste

…doch für die Heinrich-Tellen-Schule wird es immer schwieriger Freiwillige zu finden…

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Helfen und fürs Leben lernen – 60 Jahre Freiwilligendienste 

…doch für die Heinrich-Tellen-Schule wird es immer schwieriger Freiwillige zu finden… 

Im Jahr 1964 verabschiedete die damalige Bundesregierung das Gesetz zur Förderung eines Freiwilligen Sozialen Jahres. Es stellte den Freiwilligendienst auf eine rechtliche Grundlage, indem es die Einsatzmöglichkeiten regelte, Zulassungsvoraussetzungen für Träger und eine Altersgrenze für die Freiwilligen bestimmte sowie eine pädagogische Begleitung vorschrieb. Im Ursprungsjahr richtete sich der Dienst zuerst ausschließlich an junge Frauen, für junge Männer galt die Wehrpflicht oder alternativ der Zivildienst, der begründet und teilweise rechtlich erstritten werden musste. Spätestens mit Aussetzung der Wehrpflicht, und somit auch des Zivildienstes, im Jahr 2011 wurde der Freiwilligendienst zu der Möglichkeit für junge Menschen sich im sozialen Bereich zu engagieren. 

„Unsere Freiwilligen sind eine riesige Unterstützung für unsere Arbeit und sammeln wichtige persönliche Erfahrungen bei ihrem Einsatz“, so Eberhard Everke, Konrektor der Heinrich-Tellen-Schule aus Warendorf. Die Förderschule für geistige Entwicklung setzt seit vielen Jahren auf junge Menschen die nach ihrer eigenen schulischen Laufbahn ein Jahr lang an der Schule arbeiten. „Meine Aufgaben an der Schule bestehen hauptsächlich darin, die Schüler*innen durch den Schulalltag zu begleiten. Dazu gehören u.a. der Unterricht, die Pausen, ggf. die Mahlzeiten, pflegerische Tätigkeiten und zum Schwimmen zu fahren“, schildert die aktuelle Freiwillige Luca Wesselmann ihre Tätigkeit und ergänzt: „Mir gefällt besonders gut die Mischung aus der täglichen Routine und dem abwechslungsreichen Unterricht. Der Schulalltag wird so nie langweilig und ist immer außergewöhnlich. Zudem finde ich die Individualität der Schüler*innen sehr spannend und toll. Jede*r ist besonders auf seine/ihre Art und Weise und jeder Tag bringt Überraschungen mit sich, was für eine zusätzliche Abwechslung im Alltag sorgt.“

Eigentlich sollte man denken, dass der Freiwilligendienst eine Erfolgsgeschichte ist, aber für die Einsatzstellen wird es immer schwieriger geeignete Bewerber*innen zu finden. „In den letzten Jahren haben wir immer viele Aktionen auf Social Media gemacht, die aktuellen Freiwilligen haben uns aber zurückgemeldet, dass persönliche Kontakte und Erfahrungsberichte früherer Freiwilligen noch viel wichtiger sind“, so Tobias Mörth, Schulleiter der Heinrich-Tellen-Schule. Die Schule wird auch online werben und mit aktuellen Flyern und Bannern versuchen auf sich aufmerksam zu machen, setzt aber vor allem auf persönliche Kontakte. Jede und jeder Interessierte kann ganz unkompliziert einen Tag hospitieren und die Förderschule kennenlernen. „Ich bin mir sicher, dass ein erfolgreicher Freiwilligendienst auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken kann“, so Mörth. „Überdurchschnittlich viele ehemalige Freiwillige beginnen eine Ausbildung oder ein Studium im sozialen Bereich“, ergänzt Everke.  Einige ehemalige Freiwillige oder Zivildienstleistende arbeiten mittlerweile fest im Lehrkräfteteam der Förderschule oder in anderen Bereichen des Caritasverbandes im Kreis Warendorf, der Schulträger der Förderschule ist und viele weitere Einrichtungen in der Behinderten- und Jugendhilfe hat. Auch dort sind Freiwilligendienste möglich und Bewerber*innen werden gesucht.

Aus Sicht der Förderschule dürfte es gerne ein Pflichtjahr für alle jungen Menschen geben, wie es immer wieder in der Bundespolitik diskutiert wird. Ohne die Unterstützung der jungen Menschen kann nicht jedes Kind und jeder Jugendliche auskömmlich begleitet und gefördert werden. „Und wenn Lehrkräfte viel in der Begleitung aushelfen müssen, dann leidet zwangsläufig auch der Unterricht massiv“, so Mörth. Doch nicht nur die wichtige Hilfe und Unterstützung einzelner Kinder und Jugendlicher mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung ist für einen Freiwilligendienst an der Heinrich-Tellen-Schule zentral, auch die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen, da der Dienst auch die Chance bietet sich selber als Person zu entwickeln. „Durch meine Zeit im Freiwilligendienst bin ich deutlich selbstständiger und verantwortungsbewusster geworden. Ich habe gelernt, dass viele kleine Schritte zum Ziel führen können und jeder einzelne Schritt gefeiert werden darf“, so die Freiwillige Luca Wesselmann. 

Während des freiwilligen Jahres werden die Freiwilligen nicht alleine gelassen: Die Pädagog*innen und die Leitungen der Heinrich-Tellen-Schule stehen den Freiwilligen jederzeit zur Seite. Neben den praktischen Einsätzen ergänzen Bildungsseminare welche vom Kooperationspartner, dem FSD (Freiwillige Soziale Dienste Münster) organisiert werden, den Einsatz. Hier haben die Freiwilligen die Möglichkeit, sich mit anderen Freiwilligen aus dem Münsterland auszutauschen und Erfahrungen zu teilen. 

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