2. Dezember 2021 / Allgemein

Hüttenschuhe aus reinem Schafwollfilz

Das CVJM-Puschen-Projekt:

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Das CVJM-Puschen-Projekt: Hüttenschuhe aus reinem Schafwollfilz 

Statt Weihnachtswäldchen im Weihnachts-Lädchen Freckenhorster Str. 3

Beim letzten Weihnachtswäldchen 2019 verkaufte der CVJM Warendorf erstmalig Filzpantoffeln, die Frauen in Rumänien aus der Wolle der Schafe hergestellt hatten, die in ihrem Dorf lebten. Für das Weihnachtswäldchen 2021 sind die Puschen gefertigt, aber das Weihnachtswäldchen findet nicht statt: was ist zu tun?

Die Crew vom CVJM entwickelte eine Alternative und bat Rudolf Hülsmann vom gleichnamigen Café, für die Adventszeit sein kleines Ladenlokal zur Verfügung zu stellen, in dem zuletzt die Stadtwerke an der Freckenhorster Str. 3 ihre Geschäftsstelle hatten.

Hier bietet nun der CVJM in der Adventszeit freitags von 10 – 12 Uhr und 15 – 18 Uhr sowie samstags ( 10-13 Uhr) die wunderbar warmen Puschen aus Rumänien an. Mit Frau Leonore Berger können andere Zeiten gerne vereinbart werden (Tel. 0179 269 1395). 

Die Filzpantoffeln mit der echten Ledersohle gibt es in den Größen von 37 bis 46 in mehreren Farbstellungen. Leonore Berger: „Seit zwei Jahren schlüpfe ich täglich in meine regenbogenfarbenen Puschen und freue mich immer wieder über das so angenehme Gefühl am Fuß.“

Das Filz-Puschen-Projekt wurde von Jule Daut und Erich Kremer initiiert, die viele Jahre lang auf einem kleinen Hof im „Puschenort“, im in der Nähe von Hermannstadt gelegenen Probstdorf, wohnten. Jule: „Mit dem Puschenprojekt verhelfen wir den Frauen zu Arbeitsplätzen in ihrem Dorf und zu einem Grundeinkommen für ihre Familien“.

Im Dorf scheint das Leben 100 Jahre stehen geblieben zu sein. Nur wenige Menschen haben im eigenen Ort eine Anstellung, oft fahren sie frühmorgens um vier Uhr in die nächste Stadt und kehren spätnachmittags zurück. Ein kleines Einkommen haben viele Dorfbewohner über ihre eigene Landwirtschaft; sie bestellen ihre Felder mit dem Pferd und produzieren fast alles selbst, was sie zum Leben brauchen. 

Diese Selbstversorgung ist sehr arbeitsintensiv, reicht aber zum Leben nicht aus. Für die Dinge, die nicht selbst produziert werden können, sind zusätzliche Einkommensquellen notwendig. Eine dieser Einkommensquellen ist die Puschenherstellung. Die Frauen können sie bei freier Zeiteinteilung gestalten. Die Vermarktung in Deutschland übernimmt Erich: „Ganz wichtig ist, dass die Frauen erkennen, dass Sie für sich selbst arbeiten und dass wir kein Geld daran verdienen.“ 

Der Erlös aus dem Puschenverkauf geht zur Hälfte als Arbeitslohn an die Frauen; das ist mehr, als sie im „normalen“ Arbeitsleben in Rumänien für den gleichen Zeitaufwand erhalten. Die andere Hälfte der Erlöse wird für den Einkauf der notwendigen Zutaten wie Wolle, Leder für die Sohlen, Material zum Färben, Filzen, Nähen, für Leisten, Schablonen und den Transport nach Deutschland eingesetzt. 

„Wir wollen auch in diesem Jahr die Frauen in Rumänien bei ihrem Puschenprojekt unterstützen,“ ist das Ziel der Mitarbeiter des CVJM im kleinen Laden an der Freckenhorster Straße 3.

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