8. September 2019 / Allgemein

Bewegung der Beine ernährt das Gehirn

Eintragung ins Goldene Buch der Stadt Warendorf

Müntefering,Axel Linke,Bürgermeister,

Er ist ein bekanntes Gesicht und eine bekannte Stimme der deutschen Politik – Franz Müntefering.  Langjähriger Abgeordneter des Deutschen Bundestages, ehemaliger Verkehrs-, später auch Arbeitsminister, Vizekanzler, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und Bundesvorsitzender der SPD. Seit 2015 ist er Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO). In dieser Eigenschaft war er am Samstag in Warendorf zu Gast. Auf Einladung des Senioren-Freizeitkreises, der Stadt Warendorf und der Volkshochschule Warendorf hielt er im Hotel „Im Engel“ einen Vortrag mit dem Titel  „Im Alter selbstbestimmt und aktiv“.

Zuvor allerdings wartete auf Franz Müntefering erst einmal das Goldene Buch der Stadt Warendorf, das aufgeschlagen auf dem Tisch des historischen Ratssaals im Warendorfer Rathaus lag. Bereits hier ging Müntefering auf seine eigentlichen Anliegen ein und sprach über die Situation der älteren Generation und auch der zukünftigen älteren Generationen. Teils klangen seine Worte wie Allgemeinplätze, doch waren sie insgesamt eine gut überlegte Schilderung jener Probleme, auf die Gesellschaft und Politik achten müssen. Vor allem die Gesellschaft, so Müntefering und meinte damit jeden einzelnen. Denn: „Eine solidarische Gesellschaft kann der Staat nicht erzwingen.“ Und nachdem er – wohl wissend dass er in der Provinz mit kleineren Ortschaften ist – dargelegt hatte , dass eben jene kleineren Orte viele Vorteile für das Gemeinwesen bieten, ließ er in gewohnt beiläufiger Weise eine richtungsweisende Maxime einfließen: „Kommunalpolitik ist nicht das Kellergeschoss der Demokratie, sondern tragende Säule“. Bürgermeister Axel Linke, der den prominenten Gast zuvor sehr herzlich begrüßt hatte, war von diesen Worten innerhalb der kurzen Zeremonie sichtlich angetan.

Bei seinem Vortrag im Hotel „Im Engel“ führte Franz Müntefering – nur mit einer kleinen beschriebenen Seite Stichworte ausgerüstet – in einem langen, aber keinesfalls langatmigen, Vortrag aus, wie er und die BAGSO die Situation der Senioren sehen. Ein quasi permanentes „Wer rastet, der rostet“, mit dem dringenden Appell in Bewegung zu bleiben, körperlich und geistig. „Bewegung der Beine ernährt das Gehirn“, und „Hast du ein Motiv, kannst du bis ins hohe Alter lernen“ waren nur zwei der markanten Worte, die er an den gut gefüllten Saal im Hotel „Im Engel“ richtete.Dabei ging er geschickt auch auf aktuelle politische Entwicklungen ein und sagte „Wir brauchen eine Gesellschaft, die zusammenhält. Alte, Junge und die dazwischen. Damit nicht die Bekloppten das Sagen haben“. Das Wissen und die Erfahrungen der älteren Generationen seine von hoher Bedeutung. „Erinnerungen sind es wert, weiter getragen und erzählt zu werden“, so Müntefering, der seinen Vortrag mit zahlreichen persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen garnierte.

Die anschließende Diskussion, die sich nach einer Einleitung durch Iris Blume, Sachgebietsleiterin Soziales und Wohnen bei der Stadt Warendorf, entspann, brachte zwar keine bahnbrechenden Neuigkeiten, aber wichtige Informationen für Entscheider, die sicherlich in die kommunalpolitische und Verwaltungstätigkeit einfließen werde.

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