19. Februar 2023 / Allgemein

Bürgermeister am Tulpensonntag entmachtet

Narren stürmen das Rathaus und entlassen die Mehrheit der Ratsmitglieder

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Bürgermeister am Tulpensonntag entmachtet

Narren stürmen das Rathaus und entlassen die Mehrheit der Ratsmitglieder

Damit hatte Bürgermeister Peter Horstmann wohl nicht gerechnet. Wie seine Amtsvorgänger in der Vergangenheit, war auch der erste Bürger der Stadt ziemlich sicher, dass die Narren das Rathaus dieses mal nicht in Beschlag nehmen werden. Die Überlegenheit des amtierenden Stadtprinzen Uwe II. (Amsbeck), der Narrifant aus dem Kreideland, und seinem Gefolge war nicht der einzige Grund, der den Jecken dennoch den Weg frei machte. Vorsorglich hatte der Bürgermeister nämlich dem Prinzen gleich drei harte Nüsse gegeben, die es zu knacken galt. So wurde Uwe II. zunächst vermessen und musste anschließend mit drei Bällen jonglieren. Zu diesem Zeitpunkt war der Bürgermeister noch ziemlich siegessicher, denn die Narrenhoheit hatte in der zweiten Disziplin so einige Patzer hingelegt. Die Zeichnung eines Ottifanten seitens der närrischen Hoheit, mit schnellem Strich auf eine Tafel gezaubert, gelang jedoch so überragend, dass sich die Verwaltungsspitze mit samt dem Stadtrat schließlich ergeben musste. „Ich verspreche den Bürgerinnen und Bürgern, alles zum Wohle der Stadt Warendorf zu tun. Ebenso werde ich Sorge dafür tragen, dass der Bürgermeister unsere Vorgaben auch wirklich umsetzt“, wandte sich der Prinz ans Narrenvolk auf dem gut gefüllten Marktplatz. Den Bürgermeister lud er dann noch ein, in der vierten Klasse der Bodelschwinghschule Unterricht in Sachen Gleichberechtigung zu nehmen. Als dann verlas Hofmarschall Tom Wällering die elf närrischen Gesetze, die ab sofort ihre Gültigkeit haben. Unter anderem ist festgelegt, dass die Würde eines jeden Narren unantastbar ist. Darüber hinaus wurde allen Grundschulen Warendorfs und seiner Ortsteile auferlegt, im Kunstunterricht in den kommenden drei Wochen Ottifanten zu zeichnen. Ebenso seien zwei Drittel der 48 Ratsmitglieder zu entlassen und durch einen Zusammenschluss aus Gladbach,- Otto- und Karnevals-Sympathisanten zu ersetzen. 

Auch ein Rathaussturm geht bei den Karnevalisten nicht ohne Ordensverleihungen über die Bühne. Martina Mersch wurde für ihre Verdienste mit dem höchsten Orden, dem Peterbrunnen-Orden der WaKaGe, geehrt. Martina Mersch habe dafür Sorge getragen, dass in der Hotellerie der Emsstadt Nachhaltigkeit großgeschrieben wird. Eine ganz besondere Auszeichnung erhielt Ralf Sawukaytis vom Präsidenten des Bundes Westfälischer Karneval Rolf Schröder, er wurde mit dem großen Verdienstorden des Bundes Westfälischer Karneval für seine langjährige Arbeit rund um den Warendorfer Karneval ausgezeichnet.

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