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Bürgermeisterkandidaten steigen in den Ring

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Bürgermeisterkandidaten steigen in den Ring

Let‘s Get Ready to Rumble hieß es am Samstagnachmittag im Pfarrheim St. Marien. Die drei Bürgermeisterkandidaten der Stadt Warendorf, Peter Huerkamp, Axel Linke und Peter Horstmann, trafen sich im Boxring um das erste „Battle“ vor der Kommunalwahl auszutragen. Organisiert wurde die Veranstaltung von dem Verein für Freizeitservice und Jugendarbeit (VFJ). Gleich zwölf Jugendliche arbeiteten seit Mai an dem Konzept, denn mit Corona war eine Veranstaltung vor richtigem Publikum nicht möglich. Mit technischer Unterstützung einer Münsteraner Firma konnte ein Live-Stream, der in der Spitze von ca. 350 Zuschauer live verfolgt wurde, realisiert werden. Verstecken konnten die Kandidaten also nicht.

Unter der Moderation von Ralf Bosse und den Jugendlichen bot sich nun die Möglichkeit mehr über die potentiellen Bürgermeister zu erfahren – auf persönlicher wie politischer Ebene. Nachdem die Imagevideos gezeigt wurden, gab es den „Fragenhagel“. Deutlich wurde hier die unterschiedliche Zielsetzung für die Amtszeit. Während Horstmann als Schwerpunktthema Mobilität nannte, konzentrier sich Huerkamp auf das Thema junge Familien eine Zukunft in Warendorf zu bieten. Für Linke wiederum stellt die Zukunftssicherheit das wichtigste dar.

In vier Themenblöcken (Jugendpolitik, Mobilität und Umwelt, Lebendige Stadt Warendorf und Digitalisierung sowie Zuschauerfragen) mussten nun die politischen Standpunkte erklärt werden. Hier hatten die Kandidaten die Möglichkeit, auch miteinander in die Diskussion zu kommen beziehungsweise direkt auf die Aussagen der Konkurrenten einzugehen. Für uns ist der klare Sieger hier der „Titelverteidiger“ Axel Linke. Mit seiner Erfahrung und seinem Know-How konnte er mehrfach die Aussagen von Huerkamp und Horstmann aushebeln. 

Im Bereich Jugendpolitik ist Peter Huerkamp ein Verfechter eines Jugendparlaments. Auch wenn Linke die Beteiligung von Jugendlichen in der Politik für sehr wichtig hält und unterstützt, bezeichnete er diese Form als „alten Hut“ der gescheitert ist. Auch zu dem Vorwurf „mangelnde Konzepte im Bereich Digitalisierung“ konnte Linke sehr wohl fundierte Pläne vorweisen – sowohl im privaten sowie im Schulsektor. Horstmann möchte den ÖPNV vorantreiben und sieht hier Handlungsbedarf. Er kritisierte insbesondere die fehlende Kommunikation mit den Landwirten, bei denen die Bahnübergänge geschlossen werden soll und das aktive Vorantreiben der Münsterland S-Bahnen. Linke stellte jedoch klar: „Wir haben mit allen Landwirten zusammen gesessen!“. Ein Ergebnis aus diesem Gespräch ist nämlich die Verständigung darauf, dass zwischen Warendorf und Allendorf ein Bahnübergang bestehen bleiben soll. Der zweite Schritt ist die Bahnstrecke hinter Allendorf – da hier aber noch keine adäquate Lösung vorliegt, konnte für den Teilabschnitt noch nicht mit den Landwirten gesprochen werden. Worüber sich alle Kandidaten jedoch einig waren: Die Preise sind zu hoch. 

Besonders am Herzen liegt Huerkamp die Attraktivität der Stadt Warendorf für junge Familien zu stärken. Für ihn zieht die Jugend vor allem aufgrund mangelnder Ausbildungsmöglichkeiten aus Warendorf weg. Ein weiterer Knackpunkt: fehlendes Bauland. Ein Versäumnis, dass auch Linke eingesteht und von seinen Vorgängern geerbt hat. Hier sieht er allerdings durch das Neubaugebiet In de Brinke einen Schritt in die richtige Richtung. Auch Horstmann stimmte seinen Vorrednern zu und betonte, dass um Grundsatzentscheidungen geht: wie will sich Warendorf mit seinen Ortsteilen entwickeln?

Insgesamt hatten die Kandidaten durch das Battle die Möglichkeit sich zu positionieren und einen ersten Schlagabtausch hinzulegen. Gegenüber Linke wirkten Horstmann und Huerkamp jedoch eher blass. Oftmals wiederholten sich die beiden Bürgermeisteranwärter gegenseitig – was natürlich auf eine eine ähnliche politische Ausrichtung zurück zu führen ist. Der amtierende Bürgermeister hatte gleichzeitig den Vorteil, dass er seine Erfolge, wie den Glasfaserausbau oder die Ansiedlung von Aventus, präsentieren konnte.

In den Erholungspausen für die Bürgermeisterkandidaten, sorgten die Band Phätte Zeiten, Younes Greshake und Thomas Bischofs für sehr gute musikalische Abwechslung.

Alle die das Battle verpasst haben, können sich dieses noch weiterhin auf YouTube https://bit.ly/2Qzl5C8 angucken und sich selber eine Meinung bild

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