19. September 2018 / Allgemein

Geheimnis um Beelener Kirche gelüftet

Warendorfer kauft Beelener Kirche

Geheimnis um Beelener Kirche gelüftet

Geheimnis um Beelener Kirche gelüftet

Als die Heilig Geist Kirche in Beelen vor 3 Jahren profaniert wurde, entstand die bange Frage, was aus dem Gotteshaus werde. Düstere Visionen machten sich breit, von Gastronomie bis hin zum Abriss. Die Pfarrer Herwig Behring und Cornelius Bury hatten ähnliches bereits erleben müssen, berichteten sie gestern, als sie die Pläne für die Weiternutzung des ehemaligen Gotteshauses vorstellten. Schmerzhafte Momente seien das gewesen, so Bury, der in Gladbeck einen solchen Abriss erlebt hatte und der von Behring geschilderte Eindruck ist vielen Gemeindegliedern der evangelischen Kirche persönlich bekannt, denn in Westkirchen erinnert nichts mehr an die dortige ehemalige Kirche.
Das soll so in Beelen nicht geschehen. Bei der gestrigen Präsentation der Zukunft des Gebäudes stand, neben den Pfarrern Herwig Behring und Cornelius Bury sowie Kirchmeister Martin Müller, auch Investor Gerd Meimann aus Warendorf im Altarbereich – dort, wo noch immer Taufstein und Kanzel stehen und das Kreuz die Stirnwand des Innenraums schmückt. Diese Dinge werden auch bei der zukünftigen Nutzung erhalten bleiben, ebenso wie die Orgel und auch die Fenster. Der Investor ist vielen Menschen der Region aus seiner 25 Jahre währenden Zeit als Küchenfachmann bekannt. Seit Jahren ist er Inhaber eines Immobilienbüros, aber: „Ich bin kein Makler“, betonte Meimann gestern. Er sieht im ehemaligen Kirchengebäude ein erhaltenswertes, ortsprägendes Objekt, das er behutsam behandeln wolle.
Das Gebäude geht am 31.12.2018 auf ihn über, das Grundstück ist auf 99 Jahre in Erbpacht vergeben. Die Erhaltung der Kirchenstruktur wurde, ebenso wie der Fortbestand der bereits erwähnten Elemente, vertraglich festgeschrieben. Nur die Glocken werden einer anderen Nutzung zugeführt. Während die historische Glocke im Turm verbleibt und immer wieder kurz, im Einklang mit den Glocken der katholischen Kirche, zum Angelusgeläut erklingen wird, werden die beiden anderen Glocken in Marnitz in Mecklenburg ein neues Zuhause finden.
Die genaue zukünftige Nutzung der Kirche ist noch offen und auch Investor Gerd Meimann ist für Vorschläge offen. Eine Anfrage für eine Yoga-Schule liegt ihm bereits vor und auch Seminare seien im Gebäude möglich, so Meimann. Bastelstunden für Kindergruppen, Seniorenkaffeetafeln – seine Mailadresse gerd@meimann-immobilien.denimmt gerne Vorschläge und Anfragen entgegen. Wichtig ist ihm die Erhaltung des Gebäudes und Rücksicht auf die Nachbarschaft. Zunächst müsse allerdings der Reparaturstau abgearbeitet werden.
Die Freude über einen positiven Fortgang für das ehemalige Kirchengebäude war den zum Termin erschienenen Gemeindegliedern und Nachbarn deutlich anzumerken. Auch die Pfarrer zeigten eine deutlich Erleichterung, denn der Fortbestand war über die Jahre derart unsicher, dass der Antrag auf Rückbau beim Kreis bereits gestellt war. Dem stetigen „Lasst uns weitersuchen“ von Hans-Jürgen Klein sei es zu verdanken, dass es nicht dazu gekommen sei, so Pfarrer Behring, der die lange Zeit echter Ratlosigkeit noch einmal beleuchtete. Doch auch darin habe es gute Zeiten gegeben, so Behring. Denn zum einen war die profanierte Kirche lange Zeit Zufluchtsort eines Geflüchteten aus Syrien im Kirchenasyl – das sich im Nachhinein als richtig erwies, denn die Kirche hatte recht und der Geflüchtete wurde anerkannt. Zum anderen war sie sogar Möbellager zur Unterstützung Bedürftiger.
Nun ist ihre Zukunft zwar noch offen, aber gesichert.

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