17. Januar 2021 / Allgemein

Apotheker unterstützen in den Impfzentren

Über Apotheker und PTA helfen beim entscheidenen Herstellungsschritt

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Veröffentlicht am 17. Januar 2021 um 00:05 Uhr

Über 3.000 Apotheker und mehr als 2.000 PTA unterstützen beim entscheidenden Herstellungsschritt in den Impfzentren 

Eine Impfung gegen das Corona-Virus ist die größte Hoffnung auf dem Weg zurück zur Normalität. Wenn Anfang Februar die 53 Impfzentren in Nordrhein-Westfalen ihren Betrieb aufnehmen, werden auch Apothekerinnen und Apotheker sowie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entscheidend zum Gelingen beitragen. Das stellt eine nationale Kraftanstrengung ohne Gleichen dar, die in den vergangenen Wochen minutiös vorbereitet wurde. Mehr als 3.000 Apothekerinnen und über 2.000 PTAs stehen heute bereits bereit, Tendenz stark steigend. „Wir sind begeistert, wie viele Kammerangehörige sich auf diese Weise in den Kampf gegen Covid-19 einbringen“, erklären Dr. Stefan Derix, Geschäftsführer Apothekerkammer Nordrhein, und Dr. Andreas Walter, Hauptgeschäftsführer der Apothekerkammer Westfalen-Lippe.

Das pharmazeutische Personal wird die Impfung mit den neu entwickelten Impfstoffen überhaupt erst möglich machen. Gewissermaßen wecken sie das Vakzin aus dessen Winterschlaf: Bei –70 Grad wird er geliefert, bei Raumtemperatur muss er dann unter keimarmen Bedingungen mit einer genauen Dosis Kochsalzlösung gemischt werden – aber vorsichtig: „Wird der Impfstoff in diesem Zustand einmal geschüttelt, muss er verworfen werden“, erklären die beiden Chef-Koordinatoren für die pharmazeutischen Tätigkeiten in den nordrhein-westfälischen Impfzentren. Aufbereitet oder gar auf Spritzen aufgezogen ist der Impfstoff nicht transportabel. „Man kann ihn zwar unter Einhaltung bestimmter Vorsichtsmaßnahmen noch händisch in den nächsten Raum tragen, aber ein Transport zum Beispiel zum Patienten nach Hause ist nicht möglich.“ Die komplexen Bedingungen erfordern Konzentration und Ausdauer: „Die Rekonstitution des Impfstoffs ist eine pharmazeutische Kernaufgabe. Dafür haben Apotheker Pharmazie studiert, dafür haben PTA ihre pharmazeutische Ausbildung absolviert.“

Damit vor Ort auch alles reibungslos klappt und alle Fragen im Vorfeld beantwortet werden können, haben die beiden Apothekerkammern in NRW gemeinsam digitale Fortbildungsangebote geschaffen: Bei vier Terminen wurden bislang 4.000 Apothekerinnen und PTA in der Impfstoff-Aufbereitung geschult – weitere vier Veranstaltungen mit je 1.000 Teilnehmerinnen folgen und sind teilweise schon jetzt ausgebucht. Damit entwickelt sich das pharmazeutische Personal in den Impfzentren zu den stillen Helden im Kampf gegen das Corona-Virus.

In den Impfzentren wird das pharmazeutische Personal auf Dauer in zwei Schichten zwischen 8 und 20 Uhr arbeiten. „Neben Gesprächen mit den Apotheken vor Ort haben wir auch eine Freiwilligenbörse aufgebaut – sogar Apothekerinnen und Apotheker im Ruhestand sowie Pharmazie-Studierende und andere qualifizierte Personen haben sich sofort einsatzbereit gemeldet“, so Derix und Walter.

„Die Einbeziehung der Apotheken vor Ort in die Impfzentren spiegelt das große Vertrauen wider, welches Politik und Gesellschaft in den Berufsstand legen“, erklären die Standesvertreter Dr. Andreas Walter und Dr. Stefan Derix. Damit gehe auch eine große Verantwortung einher: „Die Aufbereitung des Impfstoffs ist ein entscheidendes Zahnrad im großen Räderwerk der Impfzentren, wo örtliche Verwaltungen, Mediziner und Pharmazeuten auf Augenhöhe Hand in Hand zusammenarbeiten. Mit der pharmazeutischen Kompetenz in den Impfzentren kann sich jeder sicher sein, dass der Impfstoff unbedenklich angewendet werden kann.“

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