16. Februar 2018 / Allgemein

Bitte nicht nachmachen

Chinesischer Nationalcircus bei ebbers

Bitte nicht nachmachen

Bitte nicht nachmachen

Es ist lange her, dass jemand ein derartiges Event nach Warendorf geholt hat. Sehr lange. Am Donnerstagabend gastierte der Chinesische Nationalcircus im Modeerlebnishaus ebbers in Warendorf und bot eine Show, die mit dem Wort „atemberaubend“ nur sehr dürftig beschrieben wäre.

Genau genommen waren es sogar mehrere kleine Shows. Denn statt unter einer Zirkuskuppel oder auf einer großen Bühne, boten die Ausnahmeartisten ihre Kunst abwechselnd an drei verschiedenen Locations innerhalb des Modehauses dar.

Und was sie dort zeigten war ganz großes Kino. Ob Jonglage oder unglaubliche Akrobatik – das Gezeigte bot stets Gelegenheit für kleine Herzaussetzer. Denn wenn ein kiloschwerer Blumentopf nicht nur auf dem Kopf balanciert, sondern sogar noch durch die Luft gewirbelt und mit dem Kopf aufgefangen wird, dann ist das ein Schreck nicht nur für schwache Nerven. Rhythmisch an Stangen balancierte Teller in großer Zahl, über zwei Etagen fliegende Diabolos die traumhaft sicher wieder gefangen werden und eine Regenschirmfamilie, balanciert auf den Zehenspitzen einer stets lächelnden Artistin – die rund 300 Zuschauer waren begeistert. Besonders die akrobatischen Handstandübungen der jungen Hao Shan verdienen Erwähnung. Denn die Darbietungen der „Schlangenfrau“ nötigten Bewunderung und Respekt ab, schien sie doch keinerlei Knochen im Körper zu haben, so das eine echte Schlange neben ihr eher wie eine stark rheumatische Seniorin gewirkt hätte. Jeder Orthopäde und jeder vernunftbegabte Mensch, der die Gesetze der Schwerkraft akzeptiert, könnte nur warnen „Nicht nachmachen!“. Denn ohne jahrelange Übung wäre jede dieser so leicht und schwerelos aussehenden Performances ein Fall für Krankenhaus, Chiropraktik und Reha.

Den Zuschauern gefiel sowohl die Show wie auch das Konzept, im Haus zwischen den Bühnen umherwandern zu können und auch zu sollen. Ein Catering mit asiatischen Gerichten, Getränkebar und frisch gezapftem Pils ergänzte die Veranstaltung, bei der sogar weiterhin der Einkauf möglich war. „Von den über 70 Mitarbeitern sind heute zahlreiche hier und helfen, den Tag zu einem Erfolg werden zu lassen“; freute sich Rudolf Berger, langjähriger Leiter des inhabergeführten Hauses. Er hatte bereits vor Jahren, „eher zufällig“ wie er sagt, die Kontakte geknüpft, die Sohn Christoph nun aufgreifen konnte, um mit einem derartigen Event sein Konzept des „Storytellings“ zu unterstreichen. „Die Menschen wollen mehr als nur Einkaufen“, sagt er und nutzt gerne solche Art Aktionen, um das Einkaufserlebnis interessant zu machen und vom tristen Onlineshopping abzugrenzen.

Eine gelungene Idee! Allerdings gilt auch hier, wie für die akrobatischen Übungen: Nicht nachmachen! Denn einfach nur nachmachen würde der Besonderheit ihren Reiz nehmen. Gerne aber dürfen sich alle jene, die Warendorf zu einem attraktiven Touristik- und Shoppingziel machen wollen, ein Beispiel an diesem von der Familie Berger initiierten Event nehmen und mit weiteren, besonderen und vielleicht auch einzigartigen Aktionen, der Kreisstadt wieder mehr Leben schenken.

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