Mindestens 92 Tote, von der Außenwelt abgeschnittene Ortschaften, zerstörte Schulen und Brücken, überschwemmte Felder: Erst allmählich offenbart sich die Schneise der Zerstörung, die der Tropensturm «Batsirai» auf Madagaskar angerichtet hat. Die zuständige Katastrophenschutzbehörde BNGRC hatte am Morgen von 31 Toten berichtet, erhöhte die Zahl dann am Abend aber zunächst auf 80 und dann wenig später auf mindestens 92. Die meisten davon waren im besonders betroffenen Distrikt Ikongo zu beklagen. Dieser Teil der vor Afrikas Ostküste gelegenen Insel sei noch immer komplett von der Außenwelt abgeschnitten, hieß es. Mehrere Erdrutsche hätten die Straßen blockiert. «Batsirai» hatte die Insel in der Nacht zum Sonntag heimgesucht. Die starken Regenfälle, die der Sturm mit sich brachte, hatten Überflutungen und Schlammlawinen ausgelöst. Tausende Häuser stehen unter Wasser oder wurden komplett zerstört. «Fast 10.000 Schüler können derzeit nicht zur Schule gehen, es wurden 1203 Klassenzimmer völlig zerstört und 53 Basis-Gesundheitszentren beschädigt», teilte die Welthungerhilfe mit, die von knapp 95.000 Verletzten sprach. Viele Ortschaften seien weiter abgeschnitten, der Zugang schwierig. Im Ikongo-Distrikt waren viele Gebäude aus Lehm gebaut, der bei den heftigen Niederschlägen aufweichte und auf die schlafenden Bewohner stürzte. Allein dort wurden 60 Tote gezählt. Frankreich schickte mehrere Dutzend Rettungskräfte nach Madagaskar. Sie sollen unter anderem dabei helfen, eine Filteranlage für Trinkwasser einzurichten. Zusätzlich finanziert Frankreich die Lieferung von 75 Tonnen Hilfsgütern, die etwa 3000 Familien zugute kommen sollen. Unter anderem sollen damit auch Notunterkünfte aufgebaut werden. Aus Deutschland ist bereits das Technische Hilfswerk (THW) mit einem Voraustrupp im Einsatz. Nach Schätzungen des Welternährungsprogramms (WFP) könnten bis zu 600.000 Menschen von den Auswirkungen des Wirbelsturms betroffen und 150.000 von ihnen vertrieben worden sein. Solche extremen Wetterereignisse hätten im südlichen Afrika an Häufigkeit und Intensität zugenommen und verschärften dort den Hunger, so das WFP. Die Hilfsorganisation «Aktion gegen den Hunger» sah bereits vor dem Eintreffen von «Batsirai» 1,6 Millionen Menschen angesichts der schlimmsten Dürre seit 30 Jahren von Ernährungsunsicherheit betroffen - das ist gut ein Drittel der Bevölkerung Madagaskars. Da der Zyklon Ackerflächen an der Ostküste zerstört hat, könnte sich die Lage nun verschärfen. Der Tropensturm kam von der Insel Mauritius, wo mindestens ein Mensch ums Leben kam. Der Süden Afrikas befindet sich derzeit in der Zyklon-Saison, die bis März oder April Regen und schwere Stürme mit sich bringen kann. Erst vor zwei Wochen hatte der Tropensturm «Ana» in den Staaten Madagaskar, Mosambik, Malawi, Simbabwe und Sambia schwere Schäden angerichtet.Extreme Wetterereignisse häufen sich
Die Dürre kam vor dem Sturm
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92 Tote nach Tropensturm in Madagaskar
Auf der Insel Madagaskar war die Lage nach dem verheerenden Tropensturm «Batsirai» lange unklar. Viele Straßenverbindungen sind weiterhin durch Erdrutsche und Überflutungen unterbrochen.
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