Nicht nur in den Karnevalshochburgen am Rhein war der Andrang riesig: Tausende Menschen wollten am Wochenende bei Umzügen und Festen wieder ohne Corona-Beschränkungen Karneval feiern. In Köln zogen am Sonntag erstmals seit vier Jahren wieder Jecken bei den «Schull- un Veedelszöch» durch die Innenstadt. Als Ganzkörper-Ipads kostümierte Schüler warben für mehr Digitalisierung im Bildungswesen, auch der Krieg in der Ukraine und die Energiekrise wurden thematisiert. «Make Alaaf not war» hieß es bei einer Gruppe. Aufgrund eines medizinischen Notfalls im Publikum musste der Zug kurz angehalten werden. Trotzdem verlief laut Zugleiter Willi Stoffel alles nach Plan. Etwa 300.000 Schaulustige seien gekommen. Die traditionellen Umzüge gelten als Generalprobe für den berühmten Rosenmontagszug durch die Domstadt. Auch in Braunschweig feierten Tausende Närrinnen und Narren: beim «Schoduvel», dem laut Organisatoren größten Faschingsumzug im Norden. Rund 130 aufwendig gestaltete Motivwagen gab es zu bestaunen. Der Straßenkarneval in Braunschweig war in den beiden Jahren davor coronabedingt abgesagt worden. Die «Schull- un Veedelszöch» waren 2020 wegen eines Unwetters ausgefallen, in den darauffolgenden Jahren aufgrund der Corona-Pandemie. In einigen Gemeinden kam es bei Karnevalspartys zu Tumult und Randale. Zu einer Karnevalsfete in Menden im Sauerland etwa rückte die Polizei am Samstagabend mit einem Großaufgebot aus, weil dort zu viele Leute zeitgleich in das Festzelt drängten. Drei Personen mussten laut Polizei wegen Kreislaufproblemen behandelt werden. In der Warteschlange habe sich zudem ein sexueller Übergriff auf eine Frau ereignet, hieß es. Der Tatverdächtige habe einen Platzverweis erhalten. Zu dem mutmaßlichen Übergriff sei es gekommen, als etwa 1000 Leute auf Einlass warteten. Das Zelt sei aber schon voll ausgelastet gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Später soll es zu einem weiteren sexuellen Übergriff gekommen sein. Ein 32-Jähriger soll eine Gruppe von vier Frauen «begrapscht» haben. Auch er erhielt laut Polizei einen Platzverweis. Von viel Gedränge vor schon gefüllten Festsälen wurde unter anderem auch aus der Oberpfalz in Bayern und aus dem Emsland berichtet. Nach einem Karnevalsumzug nordöstlich von Trier fiel ein junger Mann von einem Traktor und wurde vom Anhänger überrollt. Der «deutlich alkoholisierte Mann» sei nach dem Unfall schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei mit. Der Traktor samt Karnevalsanhänger war auf der Bundesstraße 53 nahe Enkirch unterwegs. Laut Polizei fiel der Beifahrer während der Fahrt auf die Straße. Beim Traktorfahrer seien keine Auffälligkeiten mit Blick auf möglichen Alkohol- oder Drogenkonsum festgestellt worden. Die Bundesstraße war wegen der Rettungsarbeiten gut eine Stunde gesperrt.Tumult und Randale
Mann wird von Karnevalswagen überrollt
Bildnachweis: © Oliver Berg/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
«Make Alaaf not war»: Karneval wieder ohne Corona-Regeln
Kamelle und Randale: Viele Menschen wollen beim ersten Karneval nach den Corona-Beschränkungen mal wieder richtig feiern - mitunter zu viele. Mancherorts in Deutschland rückt am Wochenende die Polizei an.
Meistgelesene Artikel
- 9. Oktober 2026
Vom ersten Eintopf im Keller zur Warendorfer Institution
50 Jahre „Grillstube Zur B64“
- 3. Oktober 2026
Um 17:17 Uhr fällt der Adler: Alexander Suermann-Plümpe ist neuer Kreisschützenkönig
Spannendes Königsschießen in Oelde – Neuer Kreisschützenkönig holt mit dem 201. Schuss den Adler von der Stange
Von der „Freckenhorster Olympiade“ über den großen Jubiläumsumzug bis zur Party: Zwei Tage lang feierte der Orchesterverein gemeinsam mit Freunden
Neueste Artikel
- 17. Oktober 2026
Messerangriff im Seniorenheim - Motiv unklar
Eine 86-jährige Bewohnerin stirbt, zwei weitere werden schwer verletzt, die Beweggründe sind nicht bekannt: Auch am Morgen nach dem Messerangriff in Olfen ist vieles unklar.
- 17. Oktober 2026
Warum turtelnde Wildtiere im Herbst für mehr Unfälle sorgen
Zwischen Oktober und Dezember kracht es nach Angaben des Jagdverbands besonders häufig mit Wildtieren. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 17. Oktober 2026
Messerangriff im Seniorenheim - Motiv unklar
Eine 86-jährige Bewohnerin stirbt, zwei weitere werden schwer verletzt, die Beweggründe sind nicht bekannt: Auch am Morgen nach dem Messerangriff in Olfen ist vieles unklar.
- 17. Oktober 2026
Warum turtelnde Wildtiere im Herbst für mehr Unfälle sorgen
Zwischen Oktober und Dezember kracht es nach Angaben des Jagdverbands besonders häufig mit Wildtieren. Dafür gibt es mehrere Gründe.













