7. April 2024 / Allgemein

Ein Konzert der Extraklasse

Die Youth-Brass-Band NRW gastierte in der Bischöflichen Realschule

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Ein Konzert der Extraklasse

Die Youth-Brass-Band NRW gastierte in der Bischöflichen Realschule

„Wenn wir in einer kleineren Liga spielen, sind die auf jeden Fall Champions League!“. Diese spontane Einschätzung von Jörg Middendorf, musikalischer Leiter des renommierten BFF Brass, auf die Frage, ob die Youth-Brass-Band NRW (YBB-NRW) „gut“ sei, sagt eigentlich alles. Und er muss es wissen, schwingt er doch seit 40 Jahren den Taktstock bei der ehemals als „Berittener Fanfarenzug Freckenhorst“ bekannten Truppe.

Aber selbst musikalische Laien hätten beim Konzert, das die hochqualifizierten Musikerinnen und Musiker der YBB-NRW am Sonntagnachmittag in der Bischöflichen Realschule gaben, erkennen können, welche Ausnahmekünstler die Stadt Warendorf bereits seit vielen Jahren mit Konzerten beehren – bei freiem Eintritt und nur der Bitte um Spenden.

Für diese Gegenleistung – und die stehenden Ovationen die ihnen zuteil wurden – boten sie einen rund zweistündigen Querschnitt durch die Welt des Brass, was ursprünglich Messing bedeutet. Jener Musik also, die auf sogenannten Blechblasinstrumenten gespielt wird, aber nichts mit jenem zu tun hat, das man aus gefürchteter bayerischer Folklore kennt.

Eher aus dem Konzertsaal, wie die symphonischen Werke bewiesen, die einen großen Teil des sonntäglichen Programms einnahmen. Oder aus New Orleans, denn eine Hommage an den fröhlich-lebendigen und zugleich unendlich traurigen Jazz dieser Stadt fehlte ebenso wenig im Programm, wie Ragtime, Gospel und Elemente des Pop.

Bereits das erste Werk, eine Fantasy of Joy, die deutlich das berühmte Freude schöner Götterfunken zitierte, ließ den Funken aufs Publikum überspringen. Druckvoll durchdrangen die von wenig Schlagwerk unterstützten mundgeblasenen Töne den gut  – doch leider nicht voll – besetzten Saal der Realschule bis in den letzten Winkel und wurden von einem ersten langanhaltenden Applaus belohnt. Philipp Seidel und Maximilian Nolte moderierten das von Martin Schädlich geleitete Konzert. Allein ihn zu beobachten war eine Freude, denn er bot nicht nur ein verständliches Dirigat, sondern kommunizierte mit Gesten und Blicken mit allen Musizierenden und lebte jeden Takt, jeden Ton, aus tiefster Seele mit.

Dabei bewies die Band, dass sie nicht nur laut kann, wie eine Zuschauerin bemerkte. Ihre Einschätzung „Die können auch leise“, stellten die Musiker gleich mehrfach unter Beweis. Beispielsweise wenn sie mit „Sometimes I feel like a motherless child“ unterstrichen, dass die Lieder amerikanischer Sklaven die Trauer ihrer Herzen ausdrücken. Und jeder Ton der Solistinnen und der Solisten, ebenso wie des Klangkörpers der sie unterstützte, war ein Genuss. Ihre Treffsicherheit in Takt und Ton und Intonation erinnerte an einen alten Werbeslogan, denn sie spielten ihre Musik nicht nur sauber, sondern rein.

Und vor allem: mit Herz. Dieser Unterschied zwischen der Rezitation von auf Linien gesetzten Zeichen die man Noten nennt, und einer Interpretation, die Musik zum Genuss macht, zog sich durch den gesamten Nachmittag. Selbst jene jungen Menschen, die nicht zur YBB-NRW gehören und im Vorfeld mit dem gebürtigen Warendorfer Tim Löhrs einen Brass Band Workshop absolviert hatten, zeigten in ihren zwei dargebotenen Stücken – bei allen auch mal daneben gesetzten Tönen – welche Brillanz möglich ist, wenn Diamanten gut geschliffen werden. Schon im gemeinsam mit der YBB-NRW gespielten dritten Stück, einer Variation auf das Traditional „Loch Lomond“, war Harmonie das beherrschende Thema.

Steht zu hoffen, dass die YBB-NRW auch im nächsten Jahr die Tradition fortsetzt und in Warendorf Station macht. Wer erstklassig dargebotene Livemusik mag, sollte sich ernsthaft bemühen, diesen Genuss nicht zu verpassen.

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