16. September 2022 / Aus aller Welt

Charles III. schließt Trauerreise mit Besuch in Wales ab

Nach dem Tod seiner Mutter Elizabeth II. hat der neue König Charles III. alle vier Landesteile des Vereinigten Königreichs besucht. Jetzt richten sich alle Blicke auf London, wo der Staatsakt zum Abschied der Queen näher rückt.

König Charles III. trifft zu einem Empfang für lokale Wohltätigkeitsorganisationen im Cardiff Castle in Wales ein.

Gut eine Woche nach dem Tod von Queen Elizabeth II. hat Charles III. mit einer Reise nach Wales seine Trauerreise durch die vier Landesteile des Vereinigten Königreichs abgeschlossen. Der neue König wurde am Freitagabend in London zurückerwartet, wo er mit seinen Geschwistern eine Totenwache am Sarg der Monarchin halten sollte. Noch bis Montagmorgen ist der Sarg in der Westminster Hall des britischen Parlaments aufgebahrt. Unzählige Menschen reihten sich in eine kilometerlange Warteschlange ein, um Stunden später am Sarg der Queen einen Moment innehalten zu können.

In der walisischen Hauptstadt Cardiff besuchten der neue König Charles III. und Königsgemahlin Camilla am Freitag einen Gottesdienst zum Gedenken die Queen. In einer Rede vor dem als Senedd bezeichneten Regionalparlament von Wales hob Charles hervor, dass die Monarchin der Region besonders zugeneigt gewesen sei: «In den ganzen Jahren ihrer Regentschaft könnte Wales ihr nicht mehr am Herzen gelegen haben», sagte er.

In Cardiff gab es auch stillen Protest von Monarchiegegnern. Sie hielten Schilder mit Aufschriften wie «Schafft die Monarchie ab», «Bürger statt Untertan» oder «Demokratie jetzt» hoch.

Die Reise nach Wales war für Charles III. der letzte Teil einer Tour, die der neue König nach dem Tod seiner Mutter durch die vier Landesteile - England, Wales, Schottland und Nordirland - angetreten hatte. Bevor Charles König wurde, trug er den Titel Prinz von Wales. Nun hat sein Sohn William diesen übernommen; dessen Frau Kate ist jetzt Prinzessin von Wales.

Vorbereitungen für das Staatsbegräbnis laufen

In London intensivierten sich derweil die Vorbereitungen auf das Staatsbegräbnis: Am frühen Freitagmorgen probten Soldaten für die Prozession am Montag. Dann soll der Sarg der Queen von der Westminster Hall in die nahe Westminster Abbey gebracht werden, wo ein Trauergottesdienst ansteht. Wie die BBC berichtete, wurden etwa 300 Regierungsbeamte von ihren Jobs abgezogen, um bei den Planungen für das historische Ereignis zu helfen.

Hunderte Monarchen, Staats- und Regierungschefs aus aller Welt werden am Montag in London erwartet. Die größte Herausforderung besteht darin, die Teilnehmer pünktlich zur Trauerzeremonie zu bringen. Wie die BBC und das Onlineportal «Politico» berichteten, sollen deshalb auch die ranghöchsten Gäste wie der japanische Kaiser Naruhito, dessen Besuch als besondere Ehre gilt, sowie europäische Monarchen und auch Staats- und Regierungschefs von einem geheimen Treffpunkt aus mit Bussen zur Westminster Abbey gefahren werden. Demnach soll es nur wenige Ausnahmen geben, etwa für US-Präsident Joe Biden und den israelischen Präsidenten Izchak Herzog.

Nach dem Gottesdienst in der Westminster Abbey wird der Sarg in einer Prozession zum Wellington Arch gebracht, die Route führt vom Parlament über die Prachtstraße The Mall und am Buckingham-Palast vorbei. Eine solche Zeremonie habe es in Großbritannien seit dem Tod von Winston Churchill 1965 nicht mehr gegeben, berichtete die BBC. Die eigentliche Beisetzung soll dann am Montagabend im privaten Kreis auf Schloss Windsor westlich von London sein.

Elizabeth II. war am Donnerstag voriger Woche im Alter von 96 Jahren auf ihrem schottischen Landsitz Schloss Balmoral gestorben. Am Sonntag wurde ihr Sarg in die schottische Hauptstadt Edinburgh gebracht, am Dienstagabend dann nach London. Dort geleitete ihn die engste Familie um Charles am Mittwochnachmittag in einer feierlichen Prozession vom Buckingham-Palast zum Parlament, wo er seither aufgebahrt ist.

David Beckham wartet rund zwölf Stunden in Schlange

Am Freitag reihte sich auch Ex-Fußballstar David Beckham in die kilometerlange Warteschlange vor der Westminster Hall ein. Er habe sich um 2.00 Uhr nachts angestellt und rund zwölf Stunden gewartet, sagte der 47-Jährige dem Sender Sky News. Er sei da, um die «besondere» Queen zu ehren. «Es ist ein trauriger Tag, aber ein unvergesslicher», sagte Beckham. «Ich hatte das Glück, dass ich einige Momente in meinem Leben hatte, um mit Ihrer Majestät zusammen zu sein.»

Königsgemahlin Camilla absolviert ihre derzeitigen Termine Medienberichten zufolge mit gebrochenem Zeh. Die Zeitung «Daily Telegraph» zitierte eine dem Königshaus nahe stehende Quelle mit den Worten: «Das war, gelinde gesagt, ein unglückliches Timing, aber sie hat es absolut tapfer gemeistert.»


Bildnachweis: © Chris Jackson/Pool Getty/dpa
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