25. Oktober 2023 / Allgemein

Die Stadt des Pferdes ist eine Stadt vieler Sportarten

„Sportlerehrung für die Jahre 2020 – 2021 – 2022“

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Die Stadt des Pferdes ist eine Stadt vieler Sportarten

„Sportlerehrung für die Jahre 2020 – 2021 – 2022“ – dass sich diese, wegen ihres drei Jahre umfassenden Zeitraums, zu erwartende Mammutveranstaltung, zu der die Stadt Warendorf in den Sophiensaal eingeladen hatte, doch recht amüsant und kurzweilig gestaltete, war nicht zuletzt der hervorragenden Vorbereitung der Organisatoren, sowie der locker-jovialen Moderation von Ralf Bosse zu verdanken. Zwar gestalteten sich die drei Stunden nicht wie ein Sprint auf der Kurzstrecke, ähnelten aber auch keinem Marathon oder gar Triathlon.

Mit der Ehrung einer Sportlerin aus dieser Kategorie, begann der Reigen der zu Ehrenden, die Ralf Bosse und – als Laudator – Bürgermeister Peter Horstmann auf der Bühne begrüßten. Sie habe Hawaii, Sonne, Strand und Meer erleben könne, moderierte Bosse Cornelia Sander an, die mit der Zeit von 12 Stunden, 7 Minuten und 22 Sekunden doch etwas relativierte, ob ihr Iron Man auf Hawaii wirklich ein Genuss war. Ein Genuss war es jedenfalls den Ausführungen dieser mehrfach ausgezeichneten Athletin zu folgen, die unter anderem Teamweltmeister in der Ironman-Jahreswertung ist und deren mentale Stärke nachahmenswert – wenn auch sicher nicht für jedermann und frau erreichbar ist. Sie erhielt, wie alle Geehrten, zur Erinnerung ein FinePrint eines Kunstwerks von Manfred Kronenberg. Auf dem Original, das einen Platz in der Stadtverwaltung finden soll, verewigten sich alle mit ihrer Unterschrift.

Eine ebenfalls großes Maß an mentaler Stärke muss wohl auch Peter Koch vom TuS Freckenhorst besitzen, der für seine über 30 langen Jahre im Ehrenamt geehrt wurde. Ihm sei es unter anderem zu verdanken, dass trotz der negativen Auswirkungen der Pandemie andere konsequent Tennis spielen konnten, so sein Laudator Dr. Friedhelm Adam.

Als Koch sein Ehrenamt aufnahm, war Marisa Löckmann noch lange nicht geboren. Sie war die jüngste der zu Ehrenden an diesem Montagabend, und hat trotzdem bereits ein beeindruckendes Maß an sportlicher Leistung zu verzeichnen. Laudator Erich Merz kam nicht aus dem Lob – und Marisa nicht aus dem überaus ansteckenden Lächeln heraus, mit dem sie Merz’ Worten folgte. Hinter ihr auf der Leinwand, wie auch bei den anderen Athleten, eine Präsentation von verschiedenen Bildern, die gerade bei der jungen Athletin, die zum Radfahren nur ein Rad – ein Einrad – benötigt, interessante Einblicke in diesen Sport eröffneten.

Die Kunst, sich mit nur einem Rad besser zu bewegen als viele andere mit zweien, beherrscht auch Alexandra Sandmann. Sie zählt ebenfalls zu den herausragenden Sportlerinnen der  Einradgemeinschaft Münsterland, deren Vorsitzende sie seit 2016 ist, und wurde über ihre umfassende sportliche Leistung hinaus für ihr ehrenamtliches Engagement gewürdigt, mit deren Aufzählung sich Merz durch eine schier nicht enden wollende Liste durchboxte.

Auch diese Sportart gehört zu den in Warendorf ausgeübten. Vier charmante Vertreterinnen dieser ehedem nur Männern zugerechneten sportlichen Betätigung, konnte Ralf Bosse auf der Bühne begrüßen: Zoe Prinz, Diana Streich, sowie Amira und Layla El-Zein. Eine lange Liste der sportlichen Erfolge der BCW-Sportlerinnen folgte. Mit ihnen wurde ihr Trainer – Originalton des Laudators Martin Silkenbäumer: „Das Rückgrat unseres Vereins“ – Flamur Ismaili geehrt. Seine Vorbereitung auf die zahlreichen Meisterschaften danken sie ihm – auch die nicht anwesenden Juli Gause und Ilvy Carlotta Scheibe – mit ihren vielen Titeln.

Die folgende Ehrung kündigte Bosse als Weltpremiere des „Schwimmdo“ an. Peter Strüwing und Detlev Jäger konnten sich über eine Ehrung für ihre ehrenamtlichen Leistungen in den Bereichen Schwimmen (Strüwing) und Judo (Jäger) freuen.

Weniger sprachliche Verrenkungen benötigte Bosse für die Welt der Pferde. Pferde und Warendorf gehörten zusammen, betonte er, und in ganz Deutschland wisse man, dass alle Warendorfer ein Pferd in der Garage haben und morgens zur Arbeit reiten.

Für Elena Otto-Erley, Lotta Plaas, Hanna-Michelle Wilken und die nicht anwesende Ann-Catrin Bierlein mag das sogar stimmen. Ihr Laudator Georg Ettwig betonte die enge Beziehung der drei noch jungen, aber bereits vielfach ausgezeichneten Sportlerinnen, zu ihren teils ganz besonderen Pferden. Dabei flocht er sehr anrührende Geschichten mit ein, die die Herzen der rund 200 Personen im Saal über das anerkennende Lob hinaus öffneten.

Ein Leben für das Ehrenamt hat Bernhard Stenkamp aufgebracht. Ohne sein Engagement, von dem laut Bosse „So viele Menschen profitieren“, gäbe es die Behindertensportgemeinschaft wohl nicht.

Auch Ralf Lichel hat sein Leben in das Zeichen des Ehrenamts gestellt. „Der lebt Sportabzeichen, ich glaube der hat sogar Sportabzeichen drauf tätowiert“, vermutete Bosse. Der verneinte.  letzteres. Doch Lichel, der 1986 sein ersten Abzeichen ablegte und seit vielen Jahren – „Ohne mein Team geht aber nix!“ – als Mr. Sportabzeichen gilt, konnte nicht leugnen, dass sein Herz für das Engagement dieser Breitensportbetätigung schlägt.

Herzschlag steigernd war das, was dann kam. Zunächst ganz zahm als Gespräch. Bürgermeister Horstmann lobte die auf der Bühne versammelten NovaBeatz mit umfassenden Lobesworten. „Ihr räumt richtig ab“, betonte er und unterstrich, dass der HipHop des TSC mit Siebenmeilenstiefeln ein besonderes Niveau erreicht habe – nicht zuletzt erkennbar durch die Platzierung in den Top 20 der HHI World Championships in Arizona (USA). Tanzen werde auf der ganzen Welt verstanden, sagte Horstmann. „Mit eurem Sport erreicht ihr die Herzen der Menschen, und das ist eine besondere Gabe“, fügte er an und schloss mit dem Aufruf „Never stop the fuckin’ beatz!“

Während sich die Tänzerinnen und Tänzer für eine Vorführung fertig machten, erreichte Christian Homburg die Herzen der Anwesenden. Der seit Geburt an einer schweren Muskelerkrankung leidende Warendorfer, wurde für seine Leistungen und sein Ehrenamt in einer weithin unbekannten und beinahe unbegreiflichen Sportart geehrt: Homburg ist aktiver Spieler, genauer: Torwart, im E-Rolli-Hockey. Nur mit dem linken Daumen steuert er sein Spezialgefährt mit dem er Geschwindigkeiten von bis zu 15km/h erreicht. Womit er in der Fußgängerzone geblitzt werden könne, wie Bosse lakonisch unterstrich. Ein dreiminütiges Video zeigte, wie normal und faszinierend dieser unterschätzte Behindertensport sein kann.

Die folgende Ehrung stammte aus dem Bereich: Kennt jeder! Goldmedaillengewinnerin Julia Krajewski betrat die Bühne und auch ihr flogen die Herzen der Anwesenden zu. Völlig unprätentiös ging sie auf ihre Leistungen ein, mit denen sie den Namen Warendorf einmal mehr in die Annalen des Weltsports geschrieben hat. Nachdem Bürgermeister Horstmann mehrfach sympathisch über die französischen Namen der mit Krajewski agierenden Pferde gestolpert war, regte Bosse an, das nächste Pferd doch Warintharpa zu nennen. Die Warendorfer seien sicherlich im Gegenzug bereit, diesen Namen mit französischem Akzent zu näseln.

Mit einer fulminanten Vorführung der NovaBeatz, die bereits beim Zuschauen Herzrasen und Muskelzerrungen auslösen konnte, endete die Sportlerehrung. Die nächste soll im Februar 2024 stattfinden. Bis zum 17.11.2023 können dafür noch Vorschläge eingereicht werden.

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