26. März 2023 / Allgemein

Harmonie pur – oder auf Eis

Generalversammlung der Warendorfer Dreibrückenschützen

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Harmonie pur – oder auf Eis

Von den Dreibrückenschützen weiß man, dass sie ihre Versammlungen in Harmonie feiern. Nicht in der „Harmonie“ in der Altstadt (sie versammeln sich im Hotel Mersch), sondern eben harmonisch.

Der Versammlungsort blieb 2023 der gleiche, auch wenn das Hotel mit dem Besitzerwechsel den neuen Namen Hotel Villa Sophia bekommen hat. Die Harmonie – nun ja, dazu später. Zunächst eröffnete Präsident Johannes „Hennes“ Bußmann die Generalversammlung und ging in seinem Jahresrückblick auf das ereignisreiche Jahr 2022 ein, das mit dem um ein Jahr nachgefeierten 100-jährigen Jubiläum sowie der Ausrichtung des Kreisehrengardentreffens, gleich zwei absolute Highlight umfasste. Auch das erste Formationsschützenfest des Vereins war ein Erfolg, bei dem sich Bußmann allerdings etwas mehr Beteiligung gewünscht hätte. Bußmann sprach im Rückblick mehrfach von unvergesslichen Momenten, monierte allerdings auch, dass das Kinderschützenfest „nicht so gut“ angenommen wurde „weil es an Kindern fehlt“. „Wir arbeiten daran“, ertönte ein Ruf aus der Versammlung und Bußmann ging mit den Worten „Die Damengarde auch, höre ich gerade“, darauf ein. Harmonie pur.

Es war nicht der einzige Zwischenruf des Abends. „Hennes, du hast vergessen, dass Johannes Schöttler der beste Schütze beim Kreisehrengardentreffen war“, tönte es aus den Tiefen des Saals. Worauf besagter Schütze mit leicht errötetem Kopf ein „Danke Mama!“ in den Raum warf. Harmonie pur.

Das mittlerweile von 7 auf 4,5 DIN-A4 Seiten gestraffte Protokoll der letzten Generalversammlung von Schriftführer Detlef Kamermann wandte sich – konsequent – an die MitgliederINNEN und Mitglieder, obwohl der Vortragende wusste, dass es den Begriff – denn „das Mitglied“, sächlich, kann keine weibliche Form haben – nicht gibt. In diesem inne: Horridi! (weiblich von männlich: Horrido). Es folgte, Harmonie pur, das gemeinsam gesungene Lied „Wo die Ems bei Tag und Nacht“.

Der Kassenbericht, den ebenfalls Kamermann vortrug weil Michael Gövert verhindert war, zeigte eine gute Bilanz. „Wir haben fast eine schwarze Null im vergangenen Jahr geschafft, das finde ich angesichts des Jubiläums eine geile Sache“, kommentierte er. Kamermann stand auch zur Festsetzung des Jahresbeitrages 2023 am Mikro und erläuterte diverse Ausgaben. Darunter die notwendige Bezuschussung der neuen Jacken für die Ehrengarde. Die alten seien „uralt, unzumutbar und zum Teil mehr Fell als Jacken“. Der Kassenbestand werden inflationsbedingt zurückgehen, prognostizierte er, sprach von gestiegenen Preise und weniger Zuwendung seitens des Festwirts. „Der Spaß ist vorbei, die Zeltpreise haben sich verdoppelt“, war eins seiner Argumente, denen die Versammlung schnell folgte und den Mitgliedsbeitrag von 25€ auf 30€ jährlich anhob. Harmonie pur.

Die war vorbei, als nach der Wiederwahl von Geschäftsführer Sven Wendel und Schriftführer Detlef Kamermann, Wolfgang  „Bibo“ Rüsel erneut zum Beisitzer gewählt werden sollte und Oliver Prinz als Gegenkandidat aufgestellt wurde. Aus der Versammlung wurde geheime Wahl gefordert. Präsident Bußmann lehnte mit Verweis auf einen „irgendwann einmal“ getroffenen Beschuss der Versammlung ab und verwies zudem auf die „irgendwann einmal“ geänderte Satzung. Es entbrannte eine intensive, wenig harmonische, Diskussion, in der Rechtsanwalt und Notar Peter Reeken darauf hinwies „Der Antrag ist gestellt, dem ist zu folgen“. Ansonsten könne die Wahl angefochten werden. Es gab ein langes Hin und Her, Bußmann schlug vor, die Kandidaten sollten den Raum verlassen. So bliebe die Wahl für sie geheim. Das Vereinsrecht wurde ins Spiel gebracht. Nach langer hitziger Diskussion wurde eine geheime Wahl – man muss sagen: angeleiert – denn niemand war darauf vorbereitet. Die Harmonie lag auf Eis.

Nach Abgabe der Stimmzettel zitierte Sven Wendel eine im Internet dazu aufzufindende Passage, die besagt, dass der Forderung nach geheimer Wahl nicht stattgegeben werden muss. Dies sei ein Irrglaube. Am Ende war Oliver Schmitz mit 34 zu 21 Stimmen neuer Beisitzer und „Bibo“ Rüsel verständlicherweise geknickt – nicht ob des Ergebnisses, sondern der Umstände. Die Wahl von Marius Hippler, der den scheidenden Christian Olk beerbte, wurde zur harmonischen Formsache. Ludger Preckel erhielt bei der Wahl zum Kassenprüfer die meisten Stimmen.

König Gerhard Kolodzei spendierte eine Runde „zur Beruhigung“. Bei den nachfolgenden Berichten der Formationen kam für die Damengarde mehrfach die Rede auf den Nachwuchs, was der Präsident mit dem Ausruf „Auf die Damengarde und ihre Produktion, ein dreifach donnerndes Horrido“, kommentierte. Johannes Schöttler berichtete in gewohnt (mittlerweile zu) lockerer Manier über die Ehrengarde, Mechtild Jordan-Beckhove konnte über gute Erfolge der Sportschütze sprechen. Jürgen Rüsel berichte über die Arbeit des Vorstands und eröffnete, dass man „Dinge vorsichtig verändern, aber Tradition bewahren“ wolle. Das will auch General Christian Fährenkämper. Das trotz notwendiger Dominanz allseits geachtete Urgestein des Vereins, versprach, dass er dem Verein und dessen Mitgliedern (nicht „-innen“) weiterhin dienen wolle.

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