Alles muss auf den Tisch!
„Alles muss auf den Tisch“, forderte Bernhard Kremann, Vorsitzender der Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW), beim Unternehmerfrühstück am heutigen Morgen im Sophiensaal der Stadt Warendorf. Damit meinte er nicht die Teller mit den vom Hotel Engel bereitgestellten Schnittchen, die noch in einem Nebenraum darauf warteten, angeboten zu werden. Seine Worte zielten vielmehr auf die Fakten rund um das Thema Umgehungsstraßen(aus)bau B64(n) und Umgehung Freckenhorst.
Alles in allem ging es beim Unternehmerfrühstück, zu dem Bürgermeister Axel Linke geladen hatte, recht appetitlich zu. Darum hatte der Bürgermeister bei seiner Begrüßung auch gebeten, denn im Vorfeld habe einiges gewisse Grenzen überschritten. Am heutigen Tag galt dies allenfalls für Lärmschutzgrenzen, denn die Gegner der Umgehungsstraße(n) – bzw. die Gegner der Umgehungsstraßen in ihrer jetzigen Planung – brachten sich vor dem Eingang zum Sophiensaal lautstark mit Trillerpfeifen und Sprechchören („Straße weg, hat kein Zweck“) zu Gehör. Auch sie, eine farbenfrohe Mischung unterschiedlicher Interessenslagen mit ähnlichem Ziel, hatten sich zu einem Frühstück getroffen, das vor Beginn der Versammlung auf dem Marktplatz stattgefunden hatte.
Drinnen hielten Vertreter von StraßenNRW einen Vortrag, der die seinerzeit im Theater am Wall vorgestellten Informationen weiter präzisierte. Nicht ganz 100 Unternehmer hatten sich als Zuhörer eingefunden, durchaus mit konträren Meinungen. Nachdem die Zahlen (erwartungsgemäß) insgesamt ein eher positives Bild gemalt hatten, kamen die Umgehungsstraßengegner dazu, sich zu äußern. Bernhard Kremann sprach, stellvertretend für die BVW, von einem total brutalen und übertriebenen Eingriff und behauptete, man werde „hinters Licht geführt“. Eine überaus positive Abwägung mit Faktor 5,9 sei nur möglich, weil wichtige Kosten und Eingriffe in Natur und Bestand, vorläufig völlig aus der Gesamtplanung herausgehalten würden. Kremann bezog sich damit auf die tatsächlich noch nicht veröffentlichte Planung für die Engstelle des neuen Projekts zwischen Münster und Telgte. „Alles muss auf den Tisch!“, so seine Forderung. Er musste sich aber zugleich vorhalten lassen, dass von ihm genannte Fakten zum Teil völlig überzogen und einfach falsch seien. Kremann warf Bürgermeister Axel Linke vor, sich zu sehr im Sinne des Bundesfernstraßenprojekts einzusetzen und verlangte im Namen der BVW, dass der Bürgermeister sich mehr für die konkreten Interessen der Stadt und ihrer Bewohner einsetzen solle. Zur Untermauerung überreichte er Axel Linke eine Liste mit Unterschriften von mehr als 100 Unternehmern, die die Straße(n) in ihrem jetzigen Planungsstand für, so Kremann, „total überzogen“ halten.
Wie wichtig diese Straße für Warendorf ist und welche Vorteile für die Wirtschaft und die Sicherheit der Kinder daraus resultieren, unterstrichen die Unternehmer Carl Pinnekamp (Teutemacher Glas und Spiegel) und Cornelia Köster (Pilotfisch Werbeagentur).
Freunde werden die Pro und Contra Interessierten sicherlich nicht mehr. Zumindest redet man miteinander, Fakten statt Frontalangriff, Diskussion statt dissen. Auch nach dem Frühstück versuchten Mitglieder beider Gruppen miteinander ins Gespräch zu kommen, was durchaus ein Zeichen für Politik und Verwaltung sein sollte. Denn die Straße wird ohnehin Bereiche der Stadt strikt voneinander trennen. Es ist nunmehr an den Verantwortlichen, die Parteien zu einem Konsens zu führen und damit weitere Konflikte zu umgehen.
Alles muss auf den Tisch!
Axel Linke lädt zum Unternehmerfrühstück
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