Die Verhandlungen beim Weltnaturgipfel in Kanada gehen auf die Zielgerade. Ein Großteil der Teilnehmerstaaten ist bei dem Treffen in Montreal, das bis Montag dauern soll, nun auf Ministerebene vertreten. Aus Deutschland reiste Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) an. In den Texten für ein mögliches Abkommen sind viele Punkte noch als ungeklärt eingeklammert. Aus der deutschen Delegation hieß es aber: «Wir sind optimistisch, dass die Weltgemeinschaft sich in Montreal einigen wird, den Trend des Verlustes an biologischer Vielfalt aufzuhalten und umzukehren.» Von dem Gipfel erhoffen sich Organisatoren, Wissenschaftler und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen ein globales Abkommen für den Artenschutz - ähnlich dem Pariser Klimaschutz-Abkommen. Eines der Hauptziele ist, mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen bis 2030 unter Schutz zu stellen. Es gibt jedoch Zweifel, ob ein solches Abkommen gelingt - vor allem wegen Differenzen bei der Finanzierung. Aus Protest verließ eine Gruppe von Entwicklungs- und Schwellenländern, angeführt von Brasilien, die Verhandlungen zeitweise sogar. «Wir schauen mit großer Sorge auf die aktuellen Entwicklungen», sagte Jörg-Andreas Krüger, Präsident des Naturschutzbundes Deutschland. «In den bisherigen Verhandlungen wurde das anfängliche Ambitionsniveau für den globalen Schutz und Erhalt der Biodiversität Stück für Stück abgesenkt. Der Erfolg der Weltnaturkonferenz wird dadurch in Frage gestellt.» Die Minister müssten der Konferenz nun «neuen Schwung verpassen», forderte Krüger. Bislang fehle der politische Wille, sagte auch Florian Titze vom WWF - aber: «Noch ist nichts verloren.» UN-Generalsekretär António Guterres hatte zum Start zu einem «Friedensschluss mit der Natur» aufgerufen. Ursprünglich hätte der 15. Weltnaturgipfel - der auch unter dem Kürzel COP15 läuft - 2020 in China stattfinden sollen. Er wurde dann aber wegen der Corona-Pandemie verschoben und aufgeteilt. Ein erster Verhandlungsteil fand im Oktober hauptsächlich online im chinesischen Kunming statt, nun gefolgt von dem Treffen in Montreal.Naturschützer: Konferenz «neuen Schwung verpassen»
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Weltnaturgipfel in Kanada geht auf Zielgerade
An einem zufriedenstellenden Ausgang der hochkarätigen Konferenz zweifeln Naturschützer bis jetzt. Hoffen tun sie aber trotzdem: «Noch ist nichts verloren.»
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