24. Dezember 2022 / Allgemein

Weihnachtsgruß des Bürgermeisters

An die Bürgerschaft von Warendorf

Weihnachtsgruß Horstmann,Stadt Warendorf,

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ein in vielerlei Hinsicht turbulentes Jahr neigt sich dem Ende entgegen. 

Vor nicht allzu langer Zeit zwang uns die Pandemie zu erheblichen Entbehrungen und verlangte uns damit einiges ab. Doch trotz der Beschränkungen war überall spürbar, dass die guten Dinge diese schwierige Zeit unbedingt überdauern sollten: Aufeinander Rücksicht nehmen. Innehalten. Prioritäten im Leben neu bewerten. 

Als alles wieder möglich zu werden schien und sich eine Rückkehr zu einem weniger sorgenvollen Alltag abzeichnete, führte uns der Überfall auf die Ukraine eine neue brutale Realität vor Augen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist vielen Menschen bewusst geworden, dass der Pandemie kein Happy End folgen wird und wir auch in den kommenden Jahren und wahrscheinlich Jahrzehnten mit komplexen Krisen umgehen müssen. 

Befeuert von der unsicheren Weltlage nehmen die wirtschaftlichen Sorgen mit jedem Tag zu. Die in allen Bereichen steigenden Preise und die zunehmende Aufgabenfülle setzen die kommunalen Haushalte unter Druck. Dringend benötigte Kita- und Schul-Neubauten schlagen mit enormen Baukosten zu Buche. Die Unterbringung geflüchteter Menschen ist kaum noch zufriedenstellend sicherzustellen. Die stark ansteigenden Energiepreise fallen auch den Kommunen zulasten. Pandemiefolgen wie etwa die Lieferkettenkrise und die explodierenden Energiekosten führen zu existenziellen Nöten eigentlich gesunder Unternehmen. Die galoppierende Inflation macht gerade den Menschen, für die das Geld ohnehin knapp ist, das Leben noch schwerer. Der dauerhafte Krisenmodus führt zu Kompromissen, deren Nachwirkungen den kurzfristigen Nutzen überwiegen können. Immer häufiger hat beispielsweise der globale Schutz unseres Klimas und der Biodiversität – eigentlich DIE Aufgabe unserer Zeit – das Nachsehen. 

Bei all den berechtigten Sorgen dürfen wir doch nicht die Zuversicht verlieren – und zwar die ebenfalls berechtigte Zuversicht auf eine gute Zukunft, auf Frieden und Fortschritt bei den globalen und lokalen Herausforderungen.

Gerade die Weihnachtszeit kann uns helfen, dafür neuen Mut zu fassen. Denn sie schenkt uns kleine Auszeiten, in denen wir durchschnaufen können. Die Weihnachtszeit lädt uns dazu ein, ermutigende Gefühle zuzulassen. Genau das sollten wir tun und einmal mehr daran mitwirken, dass die guten Dinge schwierige Zeiten überdauern. 

Lassen Sie uns Zeit nehmen für Menschen, die uns am Herzen liegen. Für unsere Familien, unsere Freunde und uns liebe Mitmenschen – aber auch für uns selbst. Lassen Sie uns weiterhin auf all die Mitmenschen Rücksicht nehmen, die es hier und anderswo nicht so leicht haben. 

Lassen Sie uns innehalten und uns darauf fokussieren, was uns wirklich wichtig ist. Indem wir die Menschen um uns herum bewusster wahrnehmen, uns unter Leute mischen und unsere wundervolle Stadt genießen. Indem wir die Vielfalt des lokalen Handels mit Besuchen in den liebevoll geschmückten Geschäften belohnen. Uns am kulturellen Schaffen so vieler talentierter Mitbürgerinnen und Mitbürger und an jahrzehntealten Traditionen erfreuen. Indem wir denen danken, die sich im Ehren- und Hauptamt für unsere Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger einsetzen. 

Bei aller Unsicherheit – lassen Sie uns optimistisch sein. Denn wir können gemeinsam auf eine gute Zukunft bauen! Mit großen und kleinen Ideen –  vom Nahwärmenetz bis zum Insektenlehrpfad. Mit Offenheit zum Dialog – in den politischen Gremien, bei experimentellen Beteiligungsformaten wie auch am Tresen im Lieblingslokal. Mit Neugier und Knowhow, wie es uns überall in der Stadt begegnet – in den Handwerks- und Landwirtschaftsbetrieben wie auch in den Ideenschmieden der analogen und digitalen Dienstleistungswelt. 

Jede und jeder von uns kann mit seiner Begeisterung für unsere Stadt dazu beitragen, dass gute Dinge einmal mehr schwierige Zeiten überdauern. Haben wir zu den Hochzeiten der Pandemie noch lernen müssen auf Distanz zu gehen, gilt es jetzt als Gesellschaft enger zusammenzurücken und sich immer wieder vor Augen zu führen, dass selbst große Krisen gemeinsam überwunden werden können. 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein friedliches Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr 2023.

Peter Horstmann

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