12. Dezember 2022 / Allgemein

Ein im Wortsinne „buntes“ Programm

Weihnachtskonzert des Gebrasa Blas- und Jugendorchesters

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Ein im Wortsinne „buntes“ Programm

Weihnachtskonzert des Gebrasa Blas- und Jugendorchesters

An einer Stelle des zirka eineinhalbstündigen Programms wurde Lena Achtermann, die erste Vorsitzende des Gebrasa Blasorchesters, von ihren Gefühlen überwältigt. Nicht, weil das Konzert so gut war – das war es in jedem Fall. Sondern weil sie den Song „Merry Xmas (War is over)“ von John Lennon ankündigte und dabei von einer Orchesterreise in die Ukraine vor 20 Jahren berichtete, wo sie auf ganz besonders angenehme Menschen getroffen seien, die „uns eine tolle Reise und eine tolle Zeit dort beschert haben“. Lena Achtermann konnte beim Gedanken an das kriegsgebeutelte Land ihre Tränen nicht zurückhalten und die rund 350 Konzertbesucher bekundeten mit einem Applaus ihr Verständnis. „Wir spielen War is over“, sagte sie und wünschte „für alle Menschen in der Welt, die von Krieg und Flucht bedroht sind, dass diese Vision in Erfüllung geht“.

Sicherlich  – abgesehen von der berührenden Musik – der berührendste Moment eines großartigen Weihnachtskonzert, das sich Musiker und Besucher nach zwei Jahren Pause sehnlichst herbeigewünscht hatten – obwohl im Vorjahr zumindest die Gelegenheit zu einem Open-Air Konzert genutzt werden konnte. Doch in St. Johannes Evangelist zu musizieren, ist etwas anderes. Es sei „schön wieder hier zu sein und eine so gut besuchte Kirche zu sehen“, begrüßte die Musikerin zu Beginn das bereits früh eingetroffene Publikum. Sie dankte Pfarrer Andreas Rösner und Küsterin Gisela Kohkemper „dass wir heute hier sein dürfen“. Pfarrer Rösner zeigte sich überwältigt über die vielen Menschen in der Kirche, erinnerte daran, dass der dritte Advent im Zeichen Gaudete, also: „Freuet euch“ steht, und wünschte eine berührende Stunde mit allem, was das Herz berührt.

Die folgte in jener Kraft, für das die Gebrasa Musikerinnen und Musiker bekannt sind, und die Lena Achtermann toll, engagiert und manchmal auch verrückt nannte. Ein solcher „Verrückter“ sei Mark Brenne, verriet sie später. Denn der feierte am Tag des Konzerts seinen 20 Geburtstag, ließ sich die Teilnahme aber dadurch nicht nehmen – er hatte herein gefeiert.

Die rund eineinhalb Stunden Musik waren ein Streifzug durch die Welt weihnachtlicher Musik. Bekannte deutsche Lieder wie Tochter Zion, oder, zum Mitsingen, Ihr Kinderlein kommet, Es ist ein Ros’ entsprungen und Kling Glöckchen Kling, standen ebenso auf der Playlist, wie Cinderella’s Dance, Mary’ Boy Child oder Last Christmas. Einige Solisten, wie Matze Freese, Jan Borgmann und Lukas Achtermann, brillierten dabei mit ihren Instrumenten. Begleitet wurde das Konzert, zu dem Musiker des Jugendorchesters für drei Stücke auf die Bühne gerufen wurden, von einer innovativen Licht- und Effektgestaltung, die das Team von Frank Otte passend zur Musik einsetzte. Dadurch wurde die Kirche nicht nur abwechselnd in farbenfrohes Licht getaucht, sondern es tanzten sogar leuchtende Schneeflocken durch das Kirchenschiff und Leuchtfontänen schossen aus dem Boden.

Ohne Zugabe(n) durften das von Simon Meads geleitete Orchester natürlich nicht von der Bühne, doch die Besucher wünschten sich mehr, als möglich war. Denn bereits um 18:30 Uhr sollte das zweite Konzert des Abends stattfinden, so dass zum Schluss nur Zeit für eine winzige Version von „Alle Jahre wieder“ blieb. Es steht zu hoffen, dass diese Wahl ein Zeichen ist, und das Weihnachtskonzert vom Gebrasa Blasorchester nun auch „Alle Jahre wieder“ zu hören sein wird.

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