9. Oktober 2021 / Allgemein

Ein Meilenstein im Bestattungswesen

Das erste klimaneutrale Abschieds- und Bestattungshaus in NRW

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Ein Meilenstein im Bestattungswesen

Das erste klimaneutrale Abschieds- und Bestattungshaus in NRW

„Was hier entsteht“, sagen Zimmermannsmeister Bernd Stutenbäumer und Bestattermeister Martin Huerkamp, „ist nicht gewöhnlich. Es ist ein Meilenstein!“

Sie meinen damit das neue Abschieds- und Bestattungshaus, das zur Zeit an der Zementstraße in Beckum entsteht. Es ist, sagt Martin Martin Huerkamp, das erste klimaneutrale Abschieds- und Bestattungshaus in Nordrhein-Westfalen und seines Wissens sogar das erste in ganz Deutschland. Dabei bezieht er das Wort „klimaneutral“ nicht nur auf den Energieverbrauch, sondern auf das gesamte Konzept, die dabei verwendeten Materialien ebenso wie den späteren Betrieb. Komplett aus nachhaltigem Holz aus der Region gefertigt, bietet bereits das Grundgerüst mit seinen lichtdurchfluteten Gängen, den hohen Decken, den warmen naturnahen Tönen und Gerüchen eine gewisse Wärme. Sowohl im Hinblick auf die Temperatur, wie auch atmosphärisch. Der mineralische Putz ist ebenfalls natürlichen Ursprungs. „Wenn das hier aus Beton wäre...“, sagen Zimmermannsmeister Bernd Stutenbäumer und Martin Huerkamp. Sie brauchen diesen Satz gar nicht zu beenden. Zu deutlich wird das angenehme Klima bereits im Rohbau, der die Grenzen des Möglichen erreicht – geschaffen mit eigenen Handwerkern.

Die Kategorisierung lässt Fachleute staunen: Es ist ein Effizienzhaus 40EE. „Mehr geht nicht, was die Innen- und Außendämmung, die Fenster, die Türen, das Dach usw. angeht“, erläutert Huerkamp. Ein 77qm großes Gründach, Erdwärme, eine PV-Anlage und entsprechende Speichermöglichkeiten ergänzen die in Gänze klimaneutrale Bauweise. „Wir haben ja bestimmte Ansprüche an Kälte und Klimatisierung“, unterstreicht der Bestatter.

Er sieht das Haus als Teil eines immer stärker um sich greifenden Konzepts zur Nachhaltigkeit sieht. „Was für uns wichtig ist, ist dass wir hier nicht aufhören“, betont er. „Mit unserem neuen, nachhaltigen Konzept gehen wir noch weiter: Wir lassen unsere Särge und Urnen selber bauen. Aus nachhaltig gewachsenem, zertifizierten Baumbestand aus dem Münsterland.“ Er erzählt, dass er dazu selber in den Wald fährt und Bäume auswählt. Mit Stolz verweist er darauf, dass weder die Rohwaren, noch die fertigen Produkte aus Übersee oder Osteuropa stammen.

Das Ergebnis sind beispielsweise Särge ohne Metallbeschläge. Sie vergehen mit ihren hölzernen Griffen komplett vergehen oder können ohne weitere Behandlung kremiert werden. Während früher die Verstorbenen auf synthetischen Decken und Kissen ruhten, besteht die Innenausstattung der Särge heute ebenfalls aus komplett vergänglichen Materialien. Auch vergängliche Urnen werden, sofern auf bestimmten Bestattungsfeldern nicht ohnehin schon vorgeschrieben, immer öfter aus langfristig zerfallenden Materialien gefertigt. Urnen aus Bio-Lehm ist eine der möglichen Varianten, die Martin Huerkamp präsentiert.

Der Gedanke der Nachhaltigkeit – gerade wenn es um das eigentliche Thema der Vergänglichkeit geht – steht in den Bestattungshäusern Huerkamp schon seit langem auf der Agenda. Auch das Abschiedshaus in Warendorf ist mit Erdwärme ausgerüstet und verfügt über eine PV-Anlage, die zwei E-Lade-Säulen speist. Das Stammhaus in Hoetmar speist sieben solcher Ladesäulen per Photovoltaik und der Fuhrpark wurde ebenfalls angepasst.

Wenn das rund 400.000 Euro umfassende Projekt in Beckum fertiggestellt ist, wird es über drei Abschiedsräume, einen Hygieneraum für die Versorgung der Verstorbenen, einen Kühlraum, ein Büro einen Raum für Geistliche und Redner, sowie notwendige Lager- und Nebenräume  verfügen. In der „Deele“ wird es die Möglichkeit für kleinere Abschieds- bzw. Trauerfeiern und Wortgottesdienste geben. Die für die Besucher zugänglichen Bereiche sind ausnahmslos barrierefrei gestaltet.

Die Fertigstellung ist für Anfang 2022 geplant. Dann soll das klimaneutrale Abschieds- und Bestattungshaus mit zwei Tagen der offenen Tür eingeweiht werden. Näheres dazu wie immer bei DEIN WAF.

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