22. Januar 2018 / Bürgermeister Informationen

Ein bisschen mehr Mut

Beelener Neujahrsempfang

Ein bisschen mehr Mut

Ein bisschen mehr Mut

Der Beelener Neujahrsempfang stand in diesem Jahr ganz im Zeichen des 50jährigen Jubiläums der Kirche. Aus diesem Grund war es auch die Kirchengemeinde St. Johannes Baptist, die zur Ausrichtung des Empfangs in die Gaststätte Zum Holtbaum geladen hatte. Nachdem der Pfarreiratsvorsitzende Ulrich Schlingmann die Besucher begrüßt und der Kirchenchor unter dem Dirigat von Dr. Thomas Walczak am Klavier ein erstes Lied vorgetragen hatte, spannte Pfarrer Pfarrer Norbert Happe einen weiten Bogen von der großen Politik zur aktuellen Situation in Beelen, die er als lebenswert beschrieb. Daher könne er sich den Rückgang der Einwohnerzahlen nicht erklären und fragte: „Wer zieht denn schon freiwillig aus Beelen weg?“

In lockerer Atmosphäre würdigte er den großartigen Einsatz der vielen Helfer in der Flüchtlingsarbeit, die in Beelen unkompliziert möglich sei. Es gebe „ein paar Braune“, aber deren Zahl sei minimal und die Asylbewerber und Asylanten könnten sich in Beelen wohl fühlen. „Hier kann ich leben, hier darf ich sein“, umschrieb Happe sinngemäß deren Worte. Er freute sich, dass in Beelen neue Wege und Altbewährtes wunderbar zusammen gehen, sprach viel vom Begriff „Heimat“ und erzählte gerne „was bei Kirchens alles so läuft“. Dazu zählen auch die erfolgreichen aktuellen Spendensammlungen, die insgesamt über 8.000 Euro erbracht haben. Passend dazu schickte er die Sternsinger auf den Weg durch die Reihen, um die Summe „noch auf 10.000 Euro zu erhöhen“, wie er scherzend bemerkte.

Bürgermeisterin Elisabeth Kammann lud zur Teilnahme am Dorfentwicklungskonzept (IKEK) ein und wies ebenfalls auf die Möglichkeit hin, mit dem Förderprogramm Vital NRW Gelder für wichtige Projekte gewinnen zu können. Sie lobte die Freiwillige Feuerwehr für die hervorragende Bewältigung der Folgen des Orkans „Friederike“. Die anwesenden Zuhörer zollten lautstark Beifall, der den Kameradinnen und Kameraden galt. Ebenfalls dankte sie allen an der Flüchtlingsarbeit beteiligten, darunter den Unternehmen, die Arbeits-, Lehr- oder Praktikumsstellen zur Verfügung gestellt haben. Sie rügte das Land NRW mit deutlichen Worten, da die vom Bund für die Kommunen gedachten Gelder nicht weitergeleitet würden. „Manche sehen es durchaus als Unterschlagung an“, wertete die Bürgermeisterin – studierte Juristin – die Vorgänge. Auch dass die Kommunen für abgelehnte Asylbewerber bereits nach 3 Monaten kein Geld mehr erhielten, sei ein Unding!

Bei den Zukunftsaussichten ging sie von einer Einweihung der umgebauten Grundschule noch in 2018 aus und erläuterte die Kostensteigerung. Bereits im Frühjahr werde die Vermarktung von Wohngrundstücken im Baugebiet Seehusen beginnen können. Auch der Kunstrasenplatz werde 2018 fertig. Positiv beschrieb sie die anstehenden Anbindungen an die schnelle Internetwelt. In Sachen B64n äußerte sie Unverständnis über den Sinn des seitens des Verkehrsministers geäußerten Gesprächsangebotes, wenn doch auf der Trassenführung 2+1 bestanden werden solle. Sie schloss ihre Rede mit sympathischen Lebensweisheiten, von Peter Rosegger in Gedichtform gegossen:

Ein bißchen mehr Friede
und weniger Streit,
ein bißchen mehr Güte
und weniger Neid,
ein bißchen mehr Liebe
und weniger Haß,
ein bißchen mehr Wahrheit,
das wär doch schon was.

Statt soviel Hast
ein bißchen mehr Ruh’.
Statt immer nur ich
ein bißchen mehr Du!
Statt Angst und Hemmungen
ein bißchen mehr Mut
und Kraft zum Handeln,
das wäre gut.

Im Anschluss ehrte Bürgermeisterin Kammann noch „den 3. Bürgermeister der Gemeinde“, Karl-Heinz Lahr, für sein unermüdliches Engagement in Sachen Flüchtlingshilfe mit einer Ehrenurkunde, was die Besucher mit großem Beifall quittierten.

Während des Empfangs flimmerte über den Köpfen der Redner eine sehenswerte Diaschau über den Abriss der alten und den Neubau der jetzigen Kirche. Im Jubiläumsjahr werden zahlreiche Veranstaltungen stattfinden, zu denen die Gemeinde herzlich einlädt.

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