15. Mai 2021 / Allgemein

Deliktsfelder der Kriminalität verändern sich unter Corona

Polizeibeirat tagte in Warendorf

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Bild: Der Polizeibeirat besichtigte den neuen Prüfkraftwagen für den gewerblichen Personen- und Schwerlastverkehr vor dem Dienstgebäude in Warendorf 

Deliktsfelder der Kriminalität verändern sich unter Corona

Polizeibeirat tagte in Warendorf

In seiner Frühjahrssitzung beschäftigte sich der Polizeibeirat mit dem Jahresbericht der Kreispolizeibehörde für das vergangene Jahr 2020. „Die Betrachtung der Kriminalitätsentwicklung und der Verkehrsunfalllage unterliegt deutlich veränderten Rahmenbedingungen“, leitete Landrat Dr. Olaf Gericke ein. Offensichtlich unter dem Einfluss der Corona-Pandemie verlagerten sich Deliktsfelder der Kriminalität. Lockdown und Homeoffice führten im Straßenverkehr zu deutlich weniger Verkehrsunfällen mit Personenschaden. 

Die Zahl der angezeigten Straftaten hat sich gegenüber 2019 kaum verändert. So wurden in 2020 12.684 Straftaten angezeigt, die leichte Zunahme lag bei 222 Fällen. 57 % der Straftaten wurde aufgeklärt. Damit lag die Kriminalitätshäufigkeit im Kreis Warendorf verglichen mit den Münsterlandkreisen am niedrigsten, bei gleichzeitig der höchsten Aufklärungsquote. Es wurden 331 Wohnungseinbrüche erfasst, drei Fälle weniger als in 2019. Polizeidirektorin Andrea Mersch-Schneider erläuterte dazu, dass ein Drittel der Fälle vor der Pandemie registriert wurde. Tatsächlich habe die Pandemie bewirkt, dass besonders in den Wochen und Monaten des Lockdown kaum Wohnungseinbrüche verzeichnet werden mussten. Die größte Zunahme von Delikten wurde bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten im Zusammenhang mit der Nutzung des Internet verzeichnet (+ 19 % auf 2.097 Fälle), außerdem wurden 154 Rauschgiftdelikte mehr erfasst, auf den Stand von 1.058 Fällen. Weiter wurde eine Steigerung von 68 Fällen bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung festgestellt, die Verbreitung von pornographischen Schriften stieg um 42 auf 112 Fälle, bei einer Aufklärungsquote von 96 %. Die Zunahmen hier sind unter anderem auf die Schwerpunktsetzung der Polizei und höheren Personaleinsatz zurückzuführen. 

Bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden wurde ein erfreulicher Rückgang auf 820 registriert, in 2019 wurden noch 1.023 Verkehrsunfälle gezählt. Der Rückgang beträgt knapp 20 %. Erstmals seit 2010 liegt die Zahl wieder unter 900. Auch die Verunglücktenzahlen gingen deutlich von 1.319 auf 1.055 zurück. Wie in 2019 verunglückten in 2019 zehn Menschen tödlich, die Zahl der Schwerverletzten sank um 47 auf 282 Menschen, bei den Leichtverletzten sank die Zahl um 217 auf 1.027. Polizeidirektorin Mersch-Schneider und der Behördenleiter zeigten sich glücklich über die Rückgänge, zeigten aber dennoch die Problemfelder auf. So waren an 40 % aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden Radfahrende beteiligt. Innerorts waren Radfahrende sogar an 56 % der Verkehrsunfälle mit Personenschaden beteiligt. Auch wenn die absolute Zahl der Unfälle mit Radfahrenden zurückgegangen ist, stieg der Anteil der verunglückten Pedelec-Fahrenden. Bei fast 27 % der Verkehrsunfälle handelte es sich um so genannte Alleinunfälle, d. h. ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmender. Bei 57 dieser 217 Fälle handelte es sich Radfahrende. Positiv war der Rückgang der Zahl der Verkehrsunfälle mit Flucht, bei 58 dieser Fälle wurden Personen verletzt. Hier konnten mehr als die Hälfte der Fälle aufgeklärt werden (53 % gegenüber 47 % in 2019). 

Ebenfalls zum Aufgabenbereich der Direktion Verkehr gehört die Verkehrsüberwachung des gewerblichen Personen- und Schwerlastverkehrs. Durch die Einstellung eines verkehrstechnischen Angestellten und stetige Verbesserungen der technischen Ausstattung wurden bei entsprechenden Kontrollen bei 721 kontrollierten Fahrzeugen 638 Maßnahmen getroffen, darunter wurden 35 so erhebliche Mängel festgestellt, dass die Fahrzeugführer nicht weiterfahren durften. 

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